Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
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490
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490 HM. Nr. 1246.

Pelz ausgeschlagenen Rocke in der k. k. Gallerie zu Wien u. s. w.Das Bild der letzteren Gallerie hat die Jahrzalil MM und das Mono-gramm, es gibt aber nicht das Portrait dos Künstlers, da der Mannin einem Alter von 40 Jahren vorgestellt ist, Mielich aber nach dergewöhnlichen Angabe 1818 geboren wurde. Diess ist indessen nichtganz richtig. In dem von H. Mielich mit Miniaturen reich verziertenPrachtwerke des Orlando di Lasso: Septem Psalmi. poenilentiale.i von1808 auf der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München, ehedem imBesitze des Herzogs Albert V, ist das Bildniss des Künstlers, in einemAlter von 88 Jahren dargestellt. Kr wurde daher 1iilü geboren, daman annehmen kann, dass er sein Bildniss erst am Schlüsse desWerkes, also 1808, beigefügt hatte. Bin anderes Miniaturbildniss desKünstlers befindet, sich im bayerischen Nationalmuseurn zu München,es ist aber H M gezeichnet, und daher erwähnen wir es unter diesenInitialen. Ausser der prachtvollen Handschrift der musikalischen Com-position des Orlando di Lasso verzierte Muelich in gleicher Weise dieMoteten des Ciprian a Koro, welche ebenfalls in München aufbewahrtwerden. Mielich hatte aber diese Arbeit vor den Psalmen begonnen,indem die Moteten die Jahrzalil h r >ö!) haben. Ausführlicher habenwir im Künstler-Bexicon IX S. M9 über diese Werke gehandelt, undhier machen wir nur noch auf ein drittes Werk aufmerksam, welchesden beiden genannten Pergamenthandschrifteu vorhergeht, aber leidernicht vollständig sich erhalten hat. Herzog Albert V. Hess von 1840bis 1883 die Kostbarkeiten seiner Schatzkammer auf grossen Pergament-blättern in Farben abbilden. Sie enthalten Prachtgefässe, Ketten undandere Schmucksachen in Gold und Edelsteinen, Waffen u. s. w.Diese Kostbarkeiten sind in aller Farbenpracht abgebildet, und dieBlätter haben theils das Monogramm mit dem ausgeschweiften M., theilsdie Initialen // III mit den Jahrzahlen fS40—fAA0. Dieses Pracht-werk wurde leider zertrümmert. Den geringeren Theil der Miniaturenbewahrt die k. Hof- und Staatsbibliothek zu München, der grösserekam sonderbarer Weise in fremde Hände. Diesen fand ProfessorJ. v. Hefner-Alteneck in einer auswärtigen Antiqnitäteiihamllung auf,und erwarb ihn für seine Sammlung. In .1. v. Hefner's Prachtwerküber die Gerätschaften des Mittelalters und der Renaissance ist aufTafel 0 ein goldenes Kreuz, und auf Tafel 8 ein mit. Juwelen besetztesHalsgeschmeidc in natürlicher Grösse abgebildet. Das erste Blatt istmit dem Monogramme, das andere mit den Initialen II 91 bezeichnet.

Wir finden also den Künstler von 1840 — 1808 mit Arbeiten inMiniatur beschäftiget, und daher kann die Zahl seiner Bilder in Oelnicht gross seyn. Auch sind nicht alle Gemälde von seiner Hand,welche ein ähnliches Monogramm aufweisen. Das Hauptwerk desHans Mielich in Oel befindet sich in der Frauenkirche zu Ingolstadt,wo es den Hochaltar bildet. Dieser Altar mit reicher Holzsculpturim Renaissancestyl bat doppelte Flügel, welche, wenn geschlossen, eineReihe von kleinen Darstellungen aus dem Leben Jesu nach den Evan-gelien enthalten. Unten und oben sind die Brustbilder der Propheten,auf der Rückseite des Altares die Disputation der hl. Catharina vonAlexandrien, die Bilder der Kirchenväter und Evangelisten, dann dieguten Werke und das jüngste Gericht vorgestellt. Werden die beidenäusseren Flügel geöffnet, so zeigt sich ein Cyklns von dreizehn Bildernaus der Leidensgeschichte des Herrn. Im Innern sind oben die Apostelund an beiden Seiten zwölf Scencn aus dem Lehen der Maria. DasHauptbild in der Mitte stellt Maria als Himmelskönigin vor, wie sieihren Mantel über die unten knicende herzoglich bayerische Regenteu-familie mit Albert V. und seiner Gemahlin Anna von Ocsterroich