Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
488
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488 HL —HB. Nr. 1242 -1244.

Alphabete mehr verschieden, als von Rumohr glaubt, wie jetzt ausH. Lödel's trefflichen, Copien des Alphabets von Lützelburger zu er-sehen ist. Sei es aber, dass dieses oder das andere dem Ilolbeiu ammeisten entspricht, so scheint man doch mit einiger Sicherheit an-nehmen zu können', dass beide Alphabete erst durch die Todtontanz-bilder hervorgerufen wurden. Und wenn, wie Freiherr von Rumohrglaubt, Holbein die Platten dazu bei seiner 1S26 erfolgten Abreisenach England in Basel zurückgelassen hat, so war Ltttzelhurger sichernicht im Stande, dieselben auszuschneiden, wenn die erwähnte Titel-bordure von 1U23 so untergeordnet ist, wie das Auge des Herrnv. Rumohr fand.

Was Lützelburger's Freunde ihm noeb weiter zuschreiben, ist imKünstler-Lexicon verzeichnet. Der Artikel desselben bedarf aber einerPurification, was unter den betreffenden Monogrammen theils schongeschehen ist.

Als massgebend trat in neuester Zeit Passavant im P.-gr. III.p. 3K3 ff. auf. Er verwirft die Hypothesen des Baron C. F. v. Rumohr,welcher dem Hans Lützelburger bekanntlich eine untergeordnete Stelleanwies, und den Holbein selbst zum Fürsten der Formschneider erhob.Passavant schreibt dagegen in seinem Cataloge der Werke des II Hol-bein dem Lützelburger eine beträchtliche Anzahl von Holzschnittennach diesem Meister zu, darunter den Todtentanz, die Bauern- undTodtentanzalphabete, einen Thoil der biblischen Bilder in : llistoriarumteteris inslrumenti icones —. Lugduni sub sculo Coloniensi. lölill /f.,das Bildniss des Erasmus, den Ablasshandel, die Degenscheiden, einigeTitelbordüren, kurz alle jene xylographischen Hauptblättcr, welcheRumohr n. A. dem Holbein selbt beilegten. Ob jetzt gerade der Streit:ob Holbein oder Lützelburger, beigelegt ist, wollen wir nicht unter-suchen; Passavant geht aber den von ihm benannten Raisons hasardiesdes Baron v. Rumohr gegenüber auch zu weit, wenn er mit Bartschbehauptet, dass die grossen Maler des 16. Jahrhunderts nie in Holzgeschnitten haben. A. Dürer ist nicht ausgeschlossen, und dass Hol-bein das Schneidemesser gänzlich von sich gewiesen habe, dürfte auchdurch Passavant nicht bewiesen seyn. Man kann das eine glauben,ohne das andere zu verwerfen.

1242. Unbekannter Maler, welcher in der zweiten Hälfte desir ii';,r 17. Jahrhunderts thätig war. Er ist uns durch ein sel-rn ,;l-/ • t •, tenes radirtes Blatt nach Domenico Maria (Januti bekannt,welches die hl. Familie in halben Figuren vorstellt, 4. Es handelt sichwahrscheinlich um den Monogrammisten HL No. 1 Mi).

Brulliot II. No. 1218 spricht von einem // L F. gezeichnetenKupferstiche nach Franz Albani, welcher die hl. Familie mit St. Antonvorstellt. Die Figuren sind vom halben Leibe genommen, und in einemOvale vorgestellt, gr. 8. Es handelt sich wohl nicht um das obigeBlatt, da auf diesem Albani durch die Buchstaben F. A. P. seineuNamen andeutet.

1243. Hans Lencker, Goldschmied und Graveur von Nürnberg,pj-j.. __ ist oben unter dem Monogramm II L No. 1205 eingeführt, undfl_i.N- wir verweisen daher auf jenen Artikel. Es handelt sich umeinen kostbaren Einband eines'handschriftlichen Gebetbuches auf derHof- und Staatsbibliothek zu München.

1244. Henry le Roy, Goldschmied und Kupferstecher, war umÄ /? t, s 16S0 in Frankreich thätig, und hinterliess eine grosseO. • (■■ K. j£ Anzahl von Blättern. Sie sind fein gestochen, aber etwas