Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
432
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432 II K. Nr. 1148 —11 SO.

1148. Unbekannter Formschneider, welcher in der ersten Hälfte, -r , des 10. Jahrhunderts thätig war. Bartsch VII. p. 484

~r beschreibt ein Blatt mit Johannes auf Pathmos, wie er| ■ I < ^ die Apokalypse schreibt. Links unten im Täfelchen ist

\_ das Zeichen. II. 12 Z. S L. Br. 8 Z. 9 L. Der ge-■*- -*■ " nannte Schriftsteller geht, wie so oft, über diesen Meistorleicht hin, und enthält sich sogar der Bemerkung über die Arbeit desBlattes. Heller, Geschichte der Holzschneidekunst S. 210, schreibtdasselbe dem Hans Klim zu, welcher um 1860—1603 zu Wittenbergund in Jena gearbeitet haben soll. Wenn dieses Blatt je von einemKünstler dieses Namens geschnitten ist, so müsste es der Metallarbeiterund Freund Dürer's gewesen seyn, welcher um 1 ;>!>() starb. Wir könnenaber für diesen Meister keinen Holzschnitt nachweisen, nur ein paarKupferstiche mögen ihm angehören. Der Träger des obigen Mono-gramms ist und bleibt ein unbekannter Künstler. Wenn er mit demfolgenden Meister Eine Person seyu sollte, so ist seine Thätigkeit inMecklenburg zu suchen.

1149. Unbekannter Formschneider, welcher um lüOO thätig war.m Das Zeichen hat Aebnlichkeit mit jenem des vorhergehenden

Af Meisters, wir können aber nur vermuthen, dass es sich um den*•>. einen und denselben Künstler handle. Das Blatt des obigenMeisters haben wir jedoch nicht gesellen, und daher mag ein andereraus dem, was folgt, den sicheren Schluss ziehen. Das gegebene Zeichenfindet man auf einer aus zwei Blättern bestehenden Karte von Deutsch-land in runder Form in einem Rahmen mit den Monatszeichen , demKalender und den Namen der Monate. Oben in dem überhöhten Vierecksteht der Titel: Die yemeine Landla/fel des deudtschen Landes,Elwun durch Herrn Sebastian Milnsterum geordnet, nun aber ver-newerl vnd gebessert durch Tilemaiium Stellam von Sigen. Untenin der Mitte ist auf einem Täfelchcn das Mecklenburgische Wappen,und innerhalb eines Rahmens die Dedication an den Herzog Albrechtvon Mecklenburg von I :><><». H. 20 Z. Br. 13 Z. 6 L, Dieses schriften-reiche Kartentableau ist mit grosser Sicherheit geschnitten, doch istder figürliche Theil ohne Geschmack behandelt.

1150. Hans Knapp, Buchdrucker in Erfurt, gehörte wahrscheinlichT ( T y zur Zunft der Briefmaler, und war als solcher auch Form-KH-\ Schneider. Er besorgte Hill eine deutsche Ausgabe des Vege-

\ A X tius, welche in 90 Druckblättern und Holzschnitten besteht, fol.Der kräftige und saubere Schnitt ist zu loben, nur sind die mensch-lichen Figuren weniger gelungen. Das Monogramm und ein aus MSbestehendes Zeichen kommt nur auf wenigen Müttern vor. In einenWappenschild gestellt findet man es auf Blatt 12 und 14, und dannam Endo mit der Jahrzahl 1.6. II.

Derselbe Hans Knapp ist wahrscheinlich auch der Verfertiger desvon Brulliot ApP- ■• No. 279 erwähnten Holzschnittes, welcher denHeiland im Prätorium verspottet, und links den Judas vorstellt, wie erden Lohn für seinen Verrath erhält. Rechts unten ist das Monogramm.II. .'> Z. 8 L. Br. 3 Z. 10 L. Dieser Holzschnitt gehört in ein Druck-werk über das Leben Jesu, und der Holzschnitt bildet das Schlussblatt.Die drei letzton Zeilen des Textes in gothischen Lettern enthalten dieAdresse: Stands litleris expressa per Joannen), Canappum Anno1. ö. 1. O. Dieser Canappus ist wahrscheinlich Hans Knapp, und dasZeichen bezieht sich auf ihn.