428 HIR —HIS. Nr. 1133 — 1136.
1133. H. J. Raldel, Kupferstecher zu Augsburg um 1646, sollnach Brulliot I. No. 2343 «■ durch dieses Zeichen seinen Namen
TT? angedeutet haben. Diesem Schriftsteller lag eine handschrift-riv. liehe Notiz vor, er gesteht aber, dass er nie ein Blatt mitdem gegebenen Zeichen gesehen habe. In Augsburg lebte zu jenerZeit ein H. F. Raidel, welcher aber auch wieder J. F. Raidel genanntwird. Von diesem II. F. oder J. F. Raidel hat man eine Folge vonzwölf Iilättchen mit Ruinen und Figuren in italienischen Landschaftenvon 164!). Auch eine Folge von einigen Blättern mit Soldaten undihren Weibern kommt vor, und dann Bildnisse, wir haben aber dasMonogramm auf keinem Blatte vorgefunden. Lipowski spricht auchvon einem Zeichenbuche, nennt aber den Künstler Herg. Z. Raidel.Den Namen des Künstlers scheint Lipowski nicht recht ins Auge ge-fasst zu haben. Das erwähnte Zeichenbuch hat den Titel: GanzNaiwes Reiss BUechlein for die Anfangendle Studierende Jugendt.Johann Zacharias Raidel delin. Melchior Haffner seulp., qu. 12.Auf einem schön radirten Blatte mit einem Reitergefechtc steht:J. Zacharias Raüdell inv. et fecit, kl. qu. fol. Dieser Meister wirdsich aber des obigen Monogramms nicht bedient haben, und somitmüssen wir bei II. J. Raidel bleiben.
1134. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der Weise desHieronymus Wicrx arbeitete, und wohl gegen Ende des
l_P\ "'• Jahrhunderts lebte. Man findet ein grosses rundes Blatt,I £N,. welches einen Löwen vorstellt, und das gegebene Zeichenträgt. Der Stecher gehört der deutschen Schule an, wir können unsaber darüber nicht aussprechen, da uns das Blatt nur nach einerkurzen Notiz bekannt ist.
1135. Unbekannter Formschneider, welcher im vorigen Jahr-pj hundert lebte, und nicht ohne Verdienst ist. Man findet Vig-
! g» netten von ihm in der Weise der Unger'schen Schule.
1136. Harold John Stanley, Genremaler, geb. zu Lincoln 1817,
Hi (""' kam 1840 nach München, und pflegte anfangs die histo-
I ^ rische Composition, worin- er unter Kaulbach's Leitung
' ^ erhebliche Fortschritte machte. Die Mehrzahl seiner
/l I O Gemälde in Oel besteht aber in Genrebildern, auf welchen~l I \ die Initialen des Namens vorkommen. Ein grösseresf^li Gemälde mit italienischen Schnittern ist HISOA, d.i.J) 1-1- 18Ü4 bezeichnet. Stanley befand sich in jenem Jahrein Rom und daher lesen wir auf einem weiteren Gemälde , welcheseinen Italiener beim Mädchen am Brunnen vorstellt, III S Roma .54.Auf den früheren Bildern dieses Künstlers sind die Initialen nichtimmer mit dem Namen verbunden. Er wählte meistens Costümfigurenaus dem ländlichen Kreise von Oberbayern, und führte sie in land-schaftlicher Umgebung ein. Mit III S bezeichnet ist das schöne Bildeines jungen Bauernweibes, welches mit dem Kinde im Arme vor demFenster des Hauses in Erwartung sitzt. Stanley führte bisher immernur wenige Figuren handelnd ein, stellte sie aber gewöhnlich in ziem-licher Grösse vor. Mit den Scenen aus Italien 7 wechselte er in letztererZeit mit jenen seiner englischen Heimath, der Künstler lebt aber nochgegenwärtig in München. Seine Bilder sind brillant gemalt, und er-innern in der Färbung an die Werke der modernen englischen Schule.Es gingen daher seine meisten Gemälde nach London, wo sio von denenglischen Kunstliebhabern mit grösstem Beifall aufgenommen werden.Die Initialen des Namens sind gewöhnlich mit dem Pinsel kräftig auf-getragen.