Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
416
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416 HI —HIA. Nr. 1104 —1105.

Erfinders der Schrottmanier, für welchen man den Bernhard Milncthielt. Letzteren nahmen die Franzosen in Anspruch, Graf Leon deLaborde hat ihnen aber durch die genaue Entzifferung des Namensauf einem Schrottblatt desselben den Boden entzogen. Er lautet:l>crnl)arMnu8 milnit. Der Franzose hatte im ersten Namen das /* weg-gelassen , und der zweite Name ist nicht französisch. Mit der fran-zösischen Erfindung der Manierc criblee, oder der Maniurc de BernardMilnet hat es also gute Wege.

U04. unbekannter Goldschmied, welcher in Nürnberg thätig war,„«j ,v^ — ( ^ i . nn( l d° r ^eit nac ^ m ' t Johann Hell Eine-CG ' rv»' C Ö Xq' Person seyn könnte. Hell leistete aber inden von ihm bekannten Blättern Besseres, und somit wird man einenanderen Künstler vermuthen müssen. Die gegebenen Initialen fandBörner auf einem Blättchen, welches eine sprossende Ranke zeigt, diesich in ovaler Richtung über die Platte ausbreitet, und aus der ver-schiedenartige Blumen hervorkommen. II. 1 Z. 10 L. Br. 2 Z. !> L.Dieses Blatt ist selten. Die Platten dieser Art wurden im Archiveder Zunft der Goldschmiede niedergelegt, und gingen später zu Grunde.

1105. Hendrick Janssen, Goldschmied, Zeichner und Kupfer-3-{-Janß ■ CFccit Stecher, war um 1(530 in Amsterdam thätig, indemst,/* . seine Blätter bei Claes Jansz. Visscher daselbst

^J/cciiß. in. erschienen. Janssen war ein origineller Künstler,

s{ Tcm fd rfrM ■ welcher seine Compositionen mit grosser Zartheit'' *y auf Kupfer überzutragen wusste. Die von ihm

vorhandenen Blätter sind demnach sehr gesucht, da im Fache derOrnamentik im 17. Jahrhundert nicht viel Schöneres geleistet wordenist. Janssen war aber in figürlichen Vorstellungen ebenfalls auf derHöhe seiner Kunst. Er schrieb seinen Namen gewöhnlich aus, abernicht Janssens, wie Brulliot angibt. Nur auf etlichen Blättern stehtH I in., und das oben No. 1098 gegebene, aus den Cursiven HJ be-stehende Monogramm kommt wahrscheinlich nur in Verbindung mitdem Namen vor. Ch. Kramm dreht sich in seinem neuen Werke überholländische und vlämischc Künstler um die Angaben bei BrulliotIL No. 1202 und III. No. 83(5, nennt aber-fast nur die wenigen Blätter,welche diesem Schriftsteller und seinem Nachbeter Immcrzeel bekanntwaren. Im Catalog Reynard kommen die meisten vor, alle mit demNamen. Sie gehören zu den Seltenheiten, und wir fügen hier dasVerzcichniss bei.

1) Der Täufer Johannes auf einer Treppe, wie er zu dem vor derPalastruine versammelten Volke spricht. Dieses Blatt enthält fast40 Figürchen. In der Mitte unten : //. Janssen fecit. H. 2 Z. 1 L.Br. 2 Z. 8 L.

2) Alexander vor Diogenes im Fasse unter Bäumen. Er ist vonHeerführern und Soldaten begleitet. H. Janssen fecit. Claes Jansz.Visscher ex. H. 2 Z. 11 L. Br. 3 Z. 8 L.

Dieses geistreich behandelte Blättchen hat im ersten DruckeVisscher's Adresse nicht.

3) Die Hochzeit zu Cana, in einem reich verzierten Ovale. DieHandlung geht in einem vom Kerzenlichte beleuchteten Saale vor sich.Im Rande: H. Janssen fecit. J. C. Visscher excu. Höhe 6 Z. S L.Br. !i Z. 3 L.

Die schöne Copie erkennt man an der Zahl der Kerzen. In dieserbemerkt man drei, im Originale vier Lichter. Oben sind drei kleineBlumen eingestochen, welche im Originale nicht vorhanden sind. DieseCopie ist seltener als letzteres.