Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
370
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370 HH. Nr. 1017 — 1018.

ein einziges Blatt zur Probe lithographirt, nämlich die Schlacht vonSt. Jakob für seinen gedruckten Bericht. Für Almanachc wurden etlichekleine Blätter nach seinen Zeichnungen gestochen.

Hieronymus Hess radirte ein grosses Blatt mit einer satyrischenDarstellung auf die Wiedergeburt der Schweiz, gr. qu. fol. Die ersten,seltenen Abdrücke zeigen Croquis im linken Plattenrande. Ein eigen-händiger Holzschnitt des Künstlers stellt einen altdeutschen Zecher vor,welcher mit beiden Händen den Humpen zum Munde führt. DiesesBlatt hat ebenfalls das Monogramm, 8.

Brulliot I. No. 2280 sagt, dass man das erste Zeichen bald demHeinrich, bald dem Hieronymus Hess zuschreibe, er kommt aber mitkeinem zurecht. Heinrich Hess, geb. 1739, war in seiner frühern ZeitMetzger, und wurde dann Professor der Geschichte in Zürich. SeineLandschaften sind von grosser Naturwahrheit und höchst fleissig voll-endet. Auch landschaftliche Zeichnungen sind von ihm vorhanden. Erhat auch kleine Schweizer-Ansichten radirt, welche mit den Blätternvon Johann Heinrich Meyer die Fortsetzung der Prospekte des SalomonGessner in den helvetischen Almanachen bilden. Dann hat HeinrichHess auch kleine Portraitc radirt. Darunter enthält eines den Kopfdes Hans Holbein mit dem Namen, 16. Heinrich Hess, der geistreicheDilettant, starb um 1810 in Zürich. Sein Sohn, der ehemalige Bürger-meister daselbst, besass noch 18S5 eine grosse Anzahl von Werkendes Vaters. Auf Zeichnungen in Aquarell kommt ein ähnliches Mono-gramm vor.

1017. Heinrich Heinlein, Landschaftsmaler, geb. den 3. DecemberF. F. J 1803 zu Nassau-Weilburg, behauptet seit Jahren in München

JlJljl den Ruf eines der ersten Meister seines Faches. In gross-artiger Auffassung und Durchbildung einzelner Partien des Hochgebirgesmit seinen gewaltigen Felscnmassen, Schluchten, sprudelnden Berg-wässern und tiefen Waldthälcrn steht er noch immer beinahe uner-reicht da. Heinlein suchte diese menschenleeren, nur von Gemsen,Hirschen und Adlern belebten Gegenden im bayerischen Hochgebirge,am Gossau-, Königs- und Hinterseo, in Tyrol, im Salzkammergute, inden rhätischen Alpen, in Obcritalion u. s. w. auf, und wählte häufigauch ein der Grossartigkeit der Natur entsprechendes grösseres Format.Das Monogramm findet man nur auf Gemälden aus der früheren Zeitdes Meisters. Seine späteren, besonders die grösseren Werke tragenden Namen.

IIeinlein ist Mitglied der Akademie der Künste in München, undRitter des Ordens vom hl. Michael. Sein Bildniss, als Ritter vonSchellenbcrg im Maskenzug 1840, hat W. v. Kaulbach gemalt. Es be-findet sich im dritten Saale der neuen Pinakothek zu München No. 14.

1018. Unbekannter Kupferstecher, dessen Brulliot I. No. 2283erwähnt, aber ohne das Blatt mit dem gegebenen Zeichengenau zu beschreiben. Es stellt einen Offizier und einenSoldaten vor. Ersterer, zur Linken des Beschauers, trägteinen kurzen Mantel und den Commandostab in der Linken,während er mit der Rechten den Dolch fasst. Der Soldatträgt die Büchse auf der Schulter, und ist im Wamse ohneMantel dargestellt. Zwischen Beiden bemerkt man einen

Baum, und der Marsch geht nach rechts. Unten am Baume hängt dasTäfelchcn mit. dem Zeichen. Die Figuren scheinen bei Virgil Solis,oder einem ähnlichen Meister entlehnt zu seyn, 4.