HD. Nr. 80ä — 806. 287
Wien 1819, aufmerksam, gibt aber das Monogramm ungenau, und nurmit kurzer Andeutung, dass es mit der Jahrzahl 1522 vorkomme.Dicss ist nun unser drittes Zeichen mit der voranstellenden Jahrzahl1522. Man findet es auf einem trefflich gearbeiteten Flachrelief inKellheimer-Stein, welches das Urthcil des Paris vorstellt. Letzterer er-scheint als geharnischter Ritter des 18. Jahrhunderts schlafend beieinem von Bäumen umgebenen Brunnen. Vor ihm steht Venus miteiner Kette um den Hals, hinter ihm Juno mit dem Apfel und Mi-nerva mit dem Buche, alle drei nackt. Rückwärts sitzt Merkur imHarnisch mit Bart und Flügelhut, und in der den Hintergrund bilden-den Landschaft bemerkt man eine Burg. Die Figuren sind voll Cha-rakter und Leben, so dass dieses Bildwerk zu den geistreichsten Ar-beiten damaliger Zeit gehört. H. 8% Z. Br. ti Z. Baron von Sacken,die k. k. Ambraser-Sammlung II. S. 101, beschreibt es noch genauer.Das erste Monogramm steht auf der Kupfertafel XXVII. in F. vanStampnrt's und A. J. v. Prcnner's Prodromus des eröffneten Schau-und Wunder-Prachtes aller deren an dem k. Hof zu Wien sichbefindlichen Kunst-Schätzen. Wien 1735. Da ist ein Reiterbildnissdes Kaisers Carl V. abgebildet, wahrscheinlich nach einem Hochreliefin Stein. Oben steht: imp. caes. carolvs. avg. Am Boden liegt einZettel oder ein viereckiges Täfelchon mit dein Namenszeichen, undunten steht die Jahrzahl 1522. Das zweite Zeichen kommt auf einemRelief in Metall vor, welches ebenfalls das Reiterbild des genanntenKaisers vorstellt, aber verschieden vom Steinbild«. Der Zettel mit demMonogramme und der Jahrzahl ist unten am Boden angebracht. Höhe6 Z. 7 L. Breite 4 Z. 2 L. Wo sich das Relief befinde, wissen wirnicht, Hr. J. A. Börner sah aber bei H. Galimberti in Nürnberg einegalvanoplastische Nachbildung desselben.
Wie bereits bemerkt, ist der angebliche Hans Dollinger in derKunstgeschichte unbekannt, und er steht daher nicht urkundlich fest.Wir kennen aber einen Bildhauer Hans Dcibler, welcher längere Zeitin Wien lebte, und dann in München sich niederliess. Er wird in denuns bekannten Archivalien als Meister in kleinen Arbeiten gerühmt,so wie sein gleichnamiger Sohn, welcher unter dem Jahre 1390 zumletzten Male erwähnt wird.
805. Hans Donauer, Maler in München, machte sich die Grund-
tsiuze der Dürer'schcn Schule eigen , und genoss in der----- 1 —x genannten Stadt als Fremder Ruf. Er malte religiöse) Vorstellungen, und wählte auch Stoffe aus der Geschichte./ Der bayerische Hof beschäftigte ihn viel, man findetA° /5ü^> a ^ er senr se ^ en Gemälde von seiner Hand. Brulliot I.(? y No. 978 fand das gegebene Zeichen auf einem histori-schen Gemälde, welches er für jenes eines unbekannten deutschonMeisters hält. Donauer zeichnete aber auch Landschaften und archi-tektonische Ansichten. Im Jahre 1383 erhielt er von Herzog Wilhelm V.den Auftrag, die Ansichten von Ingolstadt und Passau zu zeichnen,und 1388 musste er andere Städte des Landes aufnehmen. Der Künstlerstarb 139(5, mit Hinterlassung eines gleichnamigen Sohnes, welcher1599 als Meister auftrat, und 1644 starb. Passau ist gestochen.
806. Unbekannter Formschneider, welcher um 1330 in Köln lebte.Das gegebene Zeichen findet man in einer kleinen Vignette miteinem Blätterkranze, in welchem ein geflügeltes Kind mit bei-den Händchen ein Schildchen mit dem Monogramme hält. Merlogibt das Zeichen in Facsimile, aber' wahrscheinlich zu gross. Er fanddie Vignette auf dem letzten Blatte eines seltenen Buches: Calalogus
&