286 HCZ —HD. Nr. 803-804.
gen, und aus diesem roh ratlirtcn und gestochenen Blatte ersieht man,dass auch die ebenfalls grob radirte, und fast einem Holzschnittegleichende Ansicht von Nördlingen von Wörlc herrühre. Wir habensie im Künstlcr-Lexicon dem Kupferstecher IL C. Weck zugeschrieben,welcher jetzt darauf verzichten muss.
1) Die Ansicht von Nördlingen, mit lebhafter Staffage auf der vorder Stadt gelegenen Wiese, oder einem Volksfeste. Im Mittelgrundeerhebt sich die St. Georgenkirche. Oben halten Engel eine Rolle mitder Schrift: Des Heiligen. Römischen Reichs Stal Nördlingen. Untenlinks ist eine Tafel mit dem Elogium:
Excultrix Fidei Merito Nördlinga Vocaris
Exuperas Vrbes Fertililale Loci
Digna Dono Hoc Duplici Mullas
Superesse Per Annos
Quam Bene Cepisli Continualo
Viam. Anno MDCVII.Rechts von dieser Tafel neben zwei im Vordergründe stehendenMännern ist der Stein mit dem Monogramme. Die Boraxbüchsc deutetmit dem Buchstaben G nach dem W auf einen Goldschmied, welcherauch den Grabstichel fahrte. IL 14 Z. S L. Br. 20 Z. 7 1 /, L.
Die alten Abdrücke dieses Prospektes sind selten. Es scheint aherdie Platte noch vorhanden zu seyn, da neue Drucke vorkommen.
2) Ein Wappen mit zwei grossen Fechterfiguren zu den Seiten.Beide halten Stangen, und der eine auch noch ein Trinkgefäss. Linksund rechts vor einer über dem Wappen angebrachten Schnörkelvcr-zierung steht je ein Fechter in kämpfender Stellung mit dem Schwerte,und unten geht ein Feeliterpaar mit Hellebarden auf einander los. Inder Mitte oben steht in einem Täfelchen: Cem Gralia \ El Privilegio
| Rtdolphi II. | Rom. Imperal., und zu beiden Seiten des Greifes aufdem Helme: . 1. ß 10. Links unten steht der Name Gagperus Oster-wald, und rechts bemerkt man die zweiten Initialen mit dem Beisatze:In Nördlingen. IL 4 Z. 3 L. Br. 5 Z. 7 L.
Warum der Künstler auf diesen sehr mittelmässigen Stich einPrivilegium genommen hat, können wir nicht angeben.
803. Unbekannter Formschneider, welcher in der zweiten Hälfte{~\ <* ^ ü l ' os ,;i ' •T^Hi'Hn'ntlorts thätig war. Man findety ' V * ^J "*" (V * e ' n Blatt mit den gegebenen Buchstaben,welches noch zu den späteren Erzeugnissen der Schrottmanier (Metall-schnitte) zu zählen ist. In Copic nach Israel van Meckcncn, B. No. 138,stellt dieses sehr seltene Blatt den auf seinem Grabe sitzenden leiden-den Heiland zwischen zwei weinenden Engeln vor, wie er nach seinerSeitenwundc deutet. Den Grund bildet eine Kapelle mit Gewölbe, undin der Mitte unten steht: Anqeli. pacis. Amare. flebanl. Links siehtman die Buchstaben h. r., rechts ;. n. IL 10 Z. Br. 0 Z. 8 L.
Dieses Blatt beschreibt Bartsch VII. p. 49!J, und wir fanden esausserdem nur in zwei Catalogen angezeigt. Die Buchstaben h. r. be-ziehen sich auf den Künstler, und wir vermuthon darunter den HansCronn von Augsburg, so dass j. a. „zu Augsburg" bedeuten könnte.Cronn war Maler und Goldschmied, welcher demnach auch in Metallarbeiten konnte".
804. Hans Dollinger hellst nach der an die Ambrascr-Sammlungr-zr-<rr^\ sich knüpfenden Tradition ein Steinschneider,V\TtJ-'n \ ''essen Werke grosses Lob verdienen. Brulliot T.
\\5ByO No. 157!> macht auf diesen in der Kunstgeschichter tj ganz unbekannten Meister nach der Beschreibung
H % \> lral der k. k. Ambraser-Sammlung vou A. Primisser,