Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
283
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HCF-HCH. Nr. 787 — 789. 283

Hans Collaert, Zeichner und Kupferstecher, ist oben unterdem Monogramm H C No. 7!>0, und unter den Initialen//. C. No. (S72 eingeführt, und wir haben auch bemerkt,dass ihm die mit diesen Initialen versehenen Blatter nichtalle angehören dürften, sondern dass sie eher von Her-man Coblent herrühren könnten, da dieser Meisterauch aus den Buchstaben HCF ein Monogramm bildete. Die grösserenStiche biblischen und allegorischen Inhalts nach Crispin van den Broek,Martin de Vos u. A. sind sicher nicht von dem älteren Hans Collaert,da dieser 1S81 verstorbene Künstler nur im Fache der Ornamentikgearbeitet zu haben scheint. Der jüngere Künstler dieses Namenstrat 1B82 in dessen Fussstapfen, und nur dieser könnte allenfalls auchfigürliche Darstellungen //. C. F. gezeichnet haben. Wir halten abermehr an Hcrman Coblent, obgleich die Initialen H. C. F. dem HansCollaert zugeschrieben werden.

Schöne, sehr sorgfältig gestochene und H. C. F. gezeichnete Blätterfindet man in folgendem Werke : Thesaurus Sacrarum IlisloriarumVeteris (et Nowi) Testamenti. Antverpiae, Gerhard de Jode 1505, fol.Mehrere //. C. F. bezeichnete Blätter illustriren das Buch der Könige,Lucas X. 6 u. 19, und Matthäus IX. Auf einem Blatte mit der Be-kehrung des Paulus steht H C. F. Die Kupferstiche zu Daniel XIII.sind mit einem aus HCF gebildeten Monogramme versehen. Dannkennen wir auch ein schönes Blatt, welches Christus bei der Hochzeitin Cana vorstellt, und HC. F. gezeichnet ist. H. S Z. S L. Br. 3 Z. 9 L.Ein fast gleich grosses Blatt stellt David und Saul vor.

Ein grosses allegorisches Blatt mit H. C. F. bezieht sich auf dieEroberung Belgiens. Das Land ist unter einer weiblichen Figur vor-gestellt, welche von vier Soldaten misshandclt wird. Unter dieser Figursteht: Belgica. Links sitzt ein Weib mit der Aufschrift: Amhilio,und rechts legt eine Alte Geld in die Kasse. Unter dieser Figur steht:Avaritia. Oben bemerkt man drei andere allegorische Figuren miteinem Stricke, an welchem 17 Wnppenschildc hängen. Ueber diesenGestalten steht: Difßdenlia. Fiducia el Inuidia, Im landschaftlichenGrunde stehen Dörfer und Städte in Klammen. In Mitte des oberenRandes liest ma.i: hbloioak üki.aukuatae i.amkntatio. Links : Be-klaghnighe der Nederlanlsche verwoeslinghe , und rechts: Com-plaintes des desolis pays-bas. Im unteren Rande stehen lateinischeund holländische Verse: 0 Nederlant waer sydy loe ghekomen etc.Rechts unten stehen die Buchstaben H. C. F. H. II Z. 3 L. ohneRand. Br. 17 Z. 1 L. Dieses Blatt wollte man dem HieronymusCock zuschreiben, welcher aber in einer ganz anderen Manier arbeitete.Brulliot nahm es für Hans Collaert in Anspruch, gesteht aber, dassder Stich nicht ganz für ihn spreche. Wir schreiben das Blatt demHerman Coblent zu, welcher in der Weise der Collaert gearbeitet hat.

788. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten Hälfte-[22V des 10. Jahrhunderts in Deutschland thätig war. Ein Blatt mitifel dem gegebenen Zeichen stellt die Lukretia vor, wie sie sich mitder linken Hand den Dolch in die Brust stösst, und zugleich mit demGewände dieselbe verhüllt. Links am Fiedestal steht: Lncretia luxromanae pudicitiae etc. Den Grund schliesscn einige Gebäude ab,und links oben bemerkt man das Monogramm. II. 2 Z. 9 L. Br. 1 Z. 9 L.

789. Heinrich Christoph Hille, Münzmeistcr und Medailleur,TT n TT arbeitete 1084 in Clettenberg, 108,'i in Arnstadt, und vona ' " il - iö89 an in Braunschweig. Er zeichnete Gepräge H. C. H.,und starb 1729.