282 HCE — HC F. Nr. 784-786.
784. Unbekannter Kupferstecher, welcher im 16. Jahrhundert■jvq-, _ gelebt zu haben scheint. Brulliot I. No. 1197 sagt, dassl^ILi/i^E man diese Zeichen auf Copien der Dorfhochzeiten vonHans Sebald Beham finde. Diess sind also die Blätter B. No. 1!>4—163und No. 166 — 177. Wir haben die Copien nicht gesehen, und fandensie auch in keinem der vielen uns zu Gebot stehenden Cataloge erwähnt.
785. Hieronymus David, Zeichner und Kupferstecher, geh. zu
M Paris um 170K, verlebte die grösste Zeit seines Lebens in Italien,und hinterliess eine grosse Anzahl von Blättern. Fast auf allenkommt der Name vor. Das gegebene, aus 11D F bestehende Zeichenfindet man auf einem Blatte mit der Ansicht des Grabmales des Petrarca.
786. Hans Gollaert wird gewohnlich der Träger dieser ZeichenTrTr 1 TrJTPT>r> K enan,lt i w i r haben aber schon unter dem MonogrammXvr / l£ir,Hr HC No. 730 nachzuweisen gesucht, dass die Blättermit den gegebenen Zeichen nicht von Hans Collaert, sondern vonHermati Coblent, einem Schiller des älteren Hans Collaert herrühren.Hans Collaert jun., der Zeitgenosse des Herman Coblent, war im Facheder Kunstittdustrie thätig, und leistete hierin Vorzügliches. Von ihmkönnen die historischen und biblischen Blätter mit dem MonogrammeHCF nicht wohl herrühren, wenn sie auch in der Weise der Collaertsgestochen sind. In keinem Falle aber kann sich das Monogramm aufHieronymus Cook beziehen, wie man auch geglaubt hat. Was dieserMeister geleistet, haben wir unter No. 750 angegeben, und es bleibtuns daher nur Herman Coblent übrig, welcher um 1 !>7!> — 1H90 ge-arbeitet hat. Blätter mit seinem Namen findet man selten, sie sprechenaber für die Deutung des Monogramms. Coblent's Blätter sind sehrschön und sorgfältig behandelt. Kr bediente sich auch der InitialenHC und HCF, so dass der Artikel HC No. 7Ü0 und der folgendesich ergänzen. Ein jeder trägt den Namen Hans Collaert an der Spitze,weil man früher den II. Coblent theils nicht kannte, theils nicht be-rücksichtigte. Wohl zu bemerken ist, dass der ältere Hans Collaert1S81 vom Schauplatz trat, die Blätter mit dem Monogramm datiren aberaus späterer Zeit. Es könnte nur der jüngere Künstler dieses Namenseintreten , welchen wir aber nur durch seine Musterblätter für Gold-schmiede kennen. Auf folgenden Blättern kommt das Monogramm vor:
1) Eine Folge von kloinen Blättern mit einzelnen Figuren inNischen, unter welchen der Name der betreffenden Figur steht, wieDavid (zweimal), Judith, hucretia, Vnlcan, Mutius Saevola (MercusMuiitcius genannt) etc. II. 2 Z. 8 L. Br. I Z. 6 L.
2) Mehrere Blätter mit Darstellungen aus dem alten Testamentein folgendem Werke : Thesaurus Sacrarum Wsioriarum Veteris etNovi Testamenti. Antverpiae, G. de Jode I5(IS, fol.
Der Künstler illustrirto den Propheten Daniel &c.
3) Die Fusswaschung des Herrn, Mit der Adresse des Hans vanLuyck, qu. fol.
4) Marcus Curtius, von Frenzel im Catalog Sternberg erwähnt, qn.fol.Ji) Eine Klostcrscene. Der Prior sitzt am Kamine und ordnet
einer Nonne die Speisen an, während letztere einem hinter ihr sitzen-den jungen Mönch das Kinn streicht. Im Hintergründe rechts bemerktman spinnende Nonnen, und vorn steht das Monogramm. II. <) Z.Br. 11 Z. 3 L.
Dieses seltene und treffliche Blatt ist in der Weise des AntonWierx gestochen.
6) Eine Gruppe von Bettlern oder Lazaronis, im italienischen Stylegehalten, 12.