Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
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240
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240 II B. Nr. 708.

Strassburg. Bartsch schreibt alle H. B. gezeichneten Holzschnitte inAugsburger Drucken dem II. Burgkmair zu, es hat aber Hans BaidungGrien sicher ein grösseres Recht darauf. Dieser Künstler war inAuglbarg ohne Zweifel wohl bekannt. In einem schon oben genanntenConcepte des C. Peutinger vom 17. November DUO ist eine ausge-strichene Stelle, nach welcher Peutinger den Kaiser auf einen Form-schneider in Strassburg, „der alhie die Form wol aumjeschnillenhatte", aufmerksam machen wollte. Es fällt diess in eine Zeit, inwelcher sich in Augsburg ein Forjnschaeider heimlich cnil'crnte, undPeutinger zum „Maler alhie", nämlich zu Burgkmair seine Zufluchtnehmen niusstc. Der von ihm erwähnte Formschneider in Strassburgist sicher Hans Baidung Grien, und es musste mich seinen Blätternin Gailer's Werken bekannt seyn, dass er zum Ausschneiden einerZeichnung vollkommen befähiget war. II. Baidung Grien war aberauch Maler und Zeichner, und es steht selbst dahin, ob Burgkmairfür Gailer's Schriften eine Zeichnung geliefert hat. Die Composifiouenin denselben stimmen in der Auffassung und Behandlung für BaidungGrien. Dieser Künstler bediente sich zwar gewöhnlich einet aus HOBbestehenden Monogramms, s cr verband aber auch die ISuchstahen II U,wie wir No. 700 dargethan haben. Ks handelt sich an jener Stelle umHolzschnitte, welche dem Burgkmair zugeschrieben wurden, und derKünstler konnte daher auch die Initialen //. II. beigelügt haben. Inder Form ist ein geringer Unterschied zu bemerken, so dass wir untennur auf die Werke des Gailer von Keysersberg eingeben. Die weissauf schwarzem Grunde abstechenden Buchstaben sind auf Hans Baidungzu beziehen, oder im Allgemeinen die der unteren Reihe, welche aufBlättern in Gailer's Schriften Augsburger Druckes vorkommen. Dieübrigen Buchstaben bildet, man auf Holzschnitten von und nach Burgk-mair mit geringer Abweichung. Sie kommen aber zuweilen in einemmehr oder weniger verzierten Täfelchen vor.

Baron von Rumohr (Geschichte und Theorie der Formschneide-kunst S. B8) ist geneigt, den Hans Burgkmair auch für den Erfinderdes Druckes in Helldunkel von zwei und drei Platten zu halten, Fürden ältesten Versuch dieser Art hält er Burgkmaier's Todcscngcl,B. No. 40. Der Tod hat einen jungen Mann zu Heilen geworfen, unddas Mädchen sucht ibm schreiend zu entfliehen. Den Hintergrundbilden italienische Gebäude, und der Canal mit der Gondel erinnertan Venedig, wo sich der Künstler um 1807 aufgehalten zu haben sclieint.Am Rande links, in der Umrissplatte eingeschnitten, steht der Name://. DVRGKMAIR. H. 7 Z. 10 L, Br. 5 Z. 8 1,. Heinecke (Diet.des Art.) gibt zu diesem Blatte die Jabrzahl M.D.X. an, Bartsch u, A.fanden aber dieses Datum nicht vor. It. von Rumohr bii.lt desswegendas Blatt für älter, als den die Madonna malenden beil. Lukas von1507, in welchem ebenfalls Italienische Bemioiscensea gewahr werden.Allein dieses berechtiget immer noch nicht, den Todesengel für denältesten Versuch in Helldunkel zu halten. B. von Rumohr gibt selbstdie Mittel zur Widerlegung an die Hand. Das Exemplar, welches erbesass, hat links in vertikaler Richtung den Namen des .lost de Negker,von welchem auch Heinecke Kunde hatte. Jost Dienecker tritt inAugsburg erst 1512 als Formsehneider und Drucker auf, und derTodesengel könnte selbst mit der .Jahrzahl i5t0 nicht der erste Ver-such in Helldunkel seyn, indem Lukas Cranacb diese Kunst schon1506 übte. Die schönen Blätter mit St. Christoph, und Venus undAmor tragen diese Jabrzahl. So lange daher für Burgkmair nicht einälteres Datum spricht, muss dem L. Cranacb die Ehre der Erfindungdes Druckes in Helldunkel bleiben.