H. Nr. 500. 1S9
zu Augsburg, München, Nürnberg und Schleissheim sind die Belegedafür. In München findet man die 17 Bilder aus dem Leben undLeiden Christi, und den Tod der Maria, welche Holbein 1508 für dieAbtei in Kaisersheim gemalt hat, wie durch die Klosterchronik nach-gewiesen ist. In der k. Gallerie zu Augsburg sind vier meisterhaftegrosse Gemälde, welche sich mit anderen im Kapitelhause und imKreuzgange des Katharinenstiftes zu Augsburg befanden, woraus sichdie den Wänden desselben entsprechende Form gothischcr Giebel er-klärt. Diese Gemälde stellen die sieben Hauptkirehcn Korns mit aufeiner derselben bezüglichen Gegenständen vor. Die Bilder Holbein'ssind von 1495, 1499, 1502 und 1304. Auf jenem mit der KircheS. Maria maggiorc von 1499 steht in einem schief gestellten Schildeder Buchstabe 11, auf der Glocke des Gebäudes aber auch der NameHANS HOLB. . Die Gemälde des St. Katharinenstiftes beschreibt Waagen,Kunstwerke und Künstler in Deutschland II. S. 13 ff.
Holbein schrieb auf seinen Gemälden meistens den Namen ein,und nur die wenigsten Bilder sind // gezeichnet. Dieser Buchstabesteht nur noch auf dem Gemälde des Besuches der Maria bei Elisabethin der Kirche des Spitals zu Dinkelscherbcn. Merkwürdig sind zweiGemälde, welche neuerlich durch den Archivar Theodor Herborgernach Augsburg kamen, und für den Dom erhalten wurden. Sie bildetenwahrscheinlich die Flügel zu einem Altäre mit Schnitzwerk. Das einestellt die Opferung Marions im Tempel vor, oder vielmehr, wie sie dieStufen desselben hinansteigt, und vom hohen Priester mit offenen Ar-men empfangen wird. Das zweite führt in den Tempel, wo Maria dasKind dem hohen Priester zur Beschnoidung übergibt. Unter den Zu-schauern bemerkt man die Figuren eines Mannes und einer Frau,welche Portraite zu seyu scheinen. Vom Gürtel der Frau hängt einschmaler Streifen bis zum Boden herab, und auf diesem steht in gol-denen Buchstabon: Paul. Erhart. Pilthauer. 1/i'JlJ. Hanns. Holhain.Maler. 0 Mater. Misere. Nobis. Wenn die Namonsinschrift auf Bildernvon 1512 an vorkommt, muss man unterscheiden, ob sie von HansHolbein dem Vater oder dem Sohne herrühren. So befinden sich inder Gallerie zu Augsburg zwei auf beiden Seiten bemalte Flügel einesAltares mit St. Katharina und St. Ulrich. Auf dem gleichzeitigen Rah-men steht: HANS iini.it. , und im Bilde mit St- Katharina mcxii. DieTradition schreibt dieses Gemälde dem alten Holbein zu , neuereKunstkenner wollen aber darin ein Werk des jungen, 11J12 vierzehnJahre alten Hans Holbein erkennen. Letzterer gab allerdings Probeneiner frühen Keife, der Vater war aber 1812 nicht im Rückschritt be-griffen, und werden die schönen Bilder wohl von ihm herrühren.
Auch Zeichnungen mit dem Buchstaben // kommen vor. Im Mu-seum zu Basel sind Entwürfe zu Glasmalereien, welche dem jüngerenHolbein zugeschrieben werden. Auf einem Blatte steht: anno domini.m.d.xx. it. Der Buchstabe // bezieht sich wahrscheinlich auf den altenHolbein, welcher 1520 noch in Basel tliätig war.
506. Unbekannter Formschneider oder Zeichner, welcher unter
dem Einflüsse des Hans Burgkmair
stand, und daher in Augsburg gelebt
» H *" / 11 haben könnte. Wenn wir uns daselbst
um einen Künstler umsehen, welcher'Ml das Schneidemesser geführt hat, so tritt uns Daniel Hopfcrentgegen, welchen wir im zweiton Bande No. 11112 als Formschneiderkennen gelernt haben. Doch wagen wir es nicht, das Blatt mit demBuchstaben H dem D. Hopfer entschieden zuzuschreiben. Auch für
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