Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
33
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GL. Nr. 101 — 103. 33

der Fall, welches Venus und Amor vorstellt, und das erste Zeichenzwischen der Jahrzahl iGOO trägt. Lairessc hatte wahrscheinlich einesolche Vorstellung gemalt, oder es kam eine Zeichnung in fremdeHände. Das erste Zeichen der zweiten Reihe scheint Lairesse in dieserForm nicht gebraucht zu haben. Man findet es mit dem Worte inu-entor auf einem Blatte mit Joseph, wie ihn seine Brüder erkennen.Es ist diess die gegenseitige Copie einer Originalradirung mit einemMonogramme, welches aus den Buchstaben G I zu bestehen scheint, dader Buchstabe L nicht hervortritt. Wir haben dieses Zeichen II. No. 3102gegeben. Das weiss gehaltene Zeichen findet man auf einem Blatte mitApollo, welches nicht von Lairesse, sondern nur nach seiner Zeichnungvon fremder Hand radirt ist. Das fünfte Monogramm, und dann auchdie drei ersten Zeichen, kommen mit einiger Variation, und zuweilenleicht gerissen auf Original-Radirungen vor, es bleibt aber immer demKenner überlassen, die Copie und die zufällige Nachahmung zu unter-scheiden. Lairesse hat noch keinen Artikel im Peintre-graveur gefunden.Unter G L F kommen wir auf ihn zurück.

101. Georg Lotter, Buchdrucker in Leipzig, sollte nach einerAy . — _ früheren, und auch von Brulliot I. No. 2193 wieder\ZJ o I I <A S angeregten Meinung, durch dieses Zeichen seinenNamen angedeutet haben. In der gegebenen Form kann man allerdingsGL lesen, in der Wirklichkeit aber besteht das Zeichen aus Gl, wieII. No. 3099 zu ersehen ist. Wir rubriziren daher das obige Mono-gramm nur, um einen Irrthum zu beseitigen.

102. Guillaume de la Noue, Buchhändler, und wahrscheinlich auchff, Formschneider, war um 1S84 in Paris thätig. Das gegebene*J-J Zeichen, aber noch öfter in Verbindung mit N, findet man aufkleinen Holzschnitten mit biblischen Vorstellungen und Heiligen. Siegehören in folgendes Gebetbuch: Le Manuel de devotion. Extraiisdes ecrits des Saincts Pdres et Docteurs illustres, tant anciens que

modernes ------ Par Mr. lieni lienoist Docteur et Lecteur du Roy etc.

Paris, Chez Guillaume de la Noue MÜLXXXIIII. In diesem Buchesind (it Blätter mit dem Zeichen des G. de la Nouö , und man kanndaher wohl nicht annehmen, dass es nur als Verlagsadresse gelte.Der Verleger war vermuthlich auch Formschneider, oder wenigstensZeichner.

103. Georg Lallemand, Maler und Radirer, angeblich von Osna-rfv brück (nach anderen von Nancy), verband sich um 1630 in(Jxj Paris mit Ludwig Businck zur Herstellung von Blättern inHelldunkel. Er fertigte die Zeichnungen dazu, und Papillon will wissen,dass er auch in Holz geschnitten habe. Nach Malp6 II. No. 50 kommtdas gegebene Monogramm auf Blättern in Camaicu vor, welche aberwahrscheinlich von Iiusinck, und nicht von Lallemand geschnitten sind.Ein Blatt mit Gk Lallemand's Zeichen erwähnt R. Weigel im Kunst-Katalog No. 4241. Es stellt die Herodias bei der Enthauptung desTäufers Johannes vor, qu. fol. Brulliot 1. No. 2190, und Heller (Ge-schichte der Holzschneidekunst S. 204) zweifeln an der Existenz solcherBlätter; es findet sich wohl auch kein zweites mit dem Monogramme.Auf Holzschnitten von L. Businck kommt gewöhnlich der Name vor, 'wie wir unter LB sehen werden. Christ, Monogr.-Erklärung S. 197,spricht auch von Kupferstichen eines G. Lallcmann, es ist aber ausseiner Angabe nicht zu entnehmen, dass auf solchen Blättern einMonogramm stehe. Lallemand hat etliche Radirungen hinterlassen, aufwelchen der Name vorkommt.

Moiiogrammistuii Bd. III. »