Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
266
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206 AF. Nr. 520.

1) Christus vor Pilatus. II. 2 Z. 3 L. Br. 1 Z. 9 L. — DiesesBlatt, welches das dritte Monogramm trägt, gehört wahrscheinlich zueiner Folge in einem der genannten Gebetbücher.

2) Christus am Kreuze unter einem Thorbogen. Links kniet derChurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, oder Johann der Verstün-dige , rechts Dr. M. Luther. Unten in der Mitte am Kreuze ist daszweite Zeichen. Zart geschnittenes Blättchen. II. 3 Z. HL. Br. 5 Z. 3 L.— Nach Heller, Handbuch, 2. Aufl. S. 245, ist diese Darstellung auchim Kupferstich vorhanden, mit der Jahrzahl 15GII. Wir kennen nurden Holzschnitt. Letzterer findet sich im vierten Bande der WerkeDr. Luthers. Jena, Richter 1574, und schon früher in Luther's Haus-postillc, Wittenberg, II. Lnfft 1562. In der Postille ist die Darstel-lung kleiner.

3) Christus am Kreuze. Johannes hält die gefalteten Hände zumHeiland empor, und die hl. Mutter ist am Fusse des Kreuzes nieder-gesunken, wo sie von einer der Frauen unterstützt wird. Hechts untenist das vierte Zeichen ganz unscheinbar. — Diese Darstellung ist aufder Rückseite des Titels zu dem Werke des G. Wicelius: Die Aller-heiligste Uisloria der Passion —. Mentz, F. Behem 1545.

4) Die Titelvcrzierung zum dritten Theile der Werke des Dr. M.Luther. Jena 1573, fol. — Das Monogramm auf diesem schönen Titelist kleiner, wio das No. 1 gegebene, aber ohne Messerchen.

520. Adam Fuchs, oder Fux ans Nürnberg, soll nach der gewöhn-/** liehen Annahme der Verfertiger jener Kupferstiche

| ^r-Tj heissen , auf welchen die gegebenen Zeichen vor-

l JX. I /P 7K kommen. Man setzt die Thätigkcit dieses MeistersI l-*T» TV. • zwischen 1550—1580, allein Fuchs arbeitete um

1600 —1620, und es müsste daher ein älterer Künstler dieses Namensangenommen werden, von welchem aber die Kunstgeschichte schweigt.Auf Adam Fuchs scheint überhaupt nur Christ geführt zu haben,welcher in seinem Monogrammenbuche S. 88 sagt, dass ein ausAF. bestehendes Monogramm, ähnlich unserem zweiten Zeichen, aufBlättern mit Laubwerk und Arabesken vorkomme, von welchen einigedie Jahrzahl ^.54.3 hätten. Speciell nennt Christ nur ein Blatt mitdem auf einer Muschel schiffenden Cupido. Hinsichtlich des Zeichensbemerkt aber dieser Schriftsteller nur, dass es wohl einem deutschenMeister angehöre, wie einige glauben dem Adam Fuchs, was ihm abernoch unklar sei.

Beim Vergleich der Daten geht nun augenscheinlich hervor, dassvon zwei Künstlern die Rede sei. Dazu kommt auch noch ein Form-schneider, welcher ebenfalls Adam Fuchs genannt wird, da er sicheines ähnlichen Zeichens bediente. Kr ist aber ein Anonymus der säch-sischen Schule, welcher die vorhergehende Stelle behauptet.

Vorerst handelt es sich hier um den Kupferstecher von 1648,welchem der von Christ erwähnte! in der Muschel segelnde Cupido an-gehören mag. Dieses Blatt finden wir nirgends näher beschrieben,haben aber Kunde von einem zweiten, mit dem Monogramme und derJahrzahl /.54."J. Dieses Blättchen stellt einen bacchischen Zug vor,und gehört sicher zu einer Folge, da auch Christ von einigen Blätternmit der Jahrzahl 15M spricht. Vielleicht gehört dazu auch das vonZanetti im Cabinet Cicognara II. No. 1306 erwähnte Blatt mit demdritten Zeichen. Dieses schöne Blättchen stellt den Amor vor, wie er,von vorn gesehen, mit dem Dreizack in der erhobenen Rechten, aufdem Delphin sitzt. Links unten im Wasser ist das Zeichen, und rechtsin der Ecke No. 13. II. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 9 Z. Dass dieser Stich