AC. Nr. 300. 133
Die gegebenen Initialen findet man auf folgenden Blättern:
1) [R. I). 13.] Le Portrait De La Voisin, berüchtigte Giftmischerin.Büste in 3 / 4 Ansicht mit der Haube auf dem Kopfe, von Giftpflanzenund Schlangen umgeben. Oben rechts und links der Tod und die Par-zen. Links unten die ersten Initialen mit dem Beisatze in. , rechtsChasleau ex. C P. li. H. 14 Z. 10 L. ■ Br. 10 Z. 4 L. — Im erstenDrucke vor den Initialen und der Adresse.
M. d'Argensville, Kasan und Heineckc sprechen ebenfalls von einemBildnisse der Voisin mit der Schrift im Rande: „Bruslöe vive ä Parisle Jeeudv 22 fevrier 1680. Dieses Bildniss ist zweifelhaft. H. 8 Z.mit 4 L. Rand, Br. 5 Z. 3 L.
2) [R. D. 3.1 Die hl. Jungfrau mit dem schlafenden Kinde in denArmen, halbe Figur. Sie ist im Begriffe dasselbe in die Krippe zulegen. Rechts oben neigt sich ein Engel nach dem strahlenden Kinde.Oval in viereckiger Einfassung. Links unten in der Ecke die zweitenInitialen mit (ec.it. H. 4 Z. 11 L. u. 8 L. Rand, Br. 6 Z. — DiesesBlatt wird im Catalog Sternberg I. No. 4971 unter den Stichen nachAnnib. Carracci erwähnt.
3) [R. 1). 10.J Pan von zwei Liebesgöttern besiegt. Er stürzt mitdem Kopfe nach links, wo ihn einer der Amoretten beim Ohr erfasst.Links unten die dritten Initialen mit fecit ififl'J. II. 6 Z. 4 L. Br. 8 Z. 3 L.— Im ersten Drucke fehlt die Jahrzahl.
300. Albert Cuyp . Maler und Radirer, wurde nach der gewöhn-At -Ac Ac '' cnen Annahme 1605 oder 1606 zu Dortrecht geboren,
' '." ' und soll nach Immerzcel von Beruf ein Bierbrauer ge-wesen seyn, da ihn ein der Lokalgeschichte kundiger Dortrechter Freundversicherte, Cuyp habe in der Brauerei „de Lilie" gewohnt. Er malteLandschaften mit Vieh, l'ferdemärkte. Jagden, Reitergefechte, Lager-scenen, Portraite, Vögel, Fische, Früchte , Blumen und Stillleben allerArt, alles mit grosser Naturwahrheit. Seine Bilder stehen jetzt inhohem Werthe, was im vorigen Jahrhunderte noch nicht der Fall war.Bei der Auktion der Sammlung des II. van der Linden van Slingeland1785 wurden für 30 Gemälde nur 22,000 fl. gegeben, und darunter warein Capitalbild mit Pferden und anderem Vieh, welches für 2650 fl.wegging. In van Goll's Auktion wurde aber eine Ansicht aus der Ge-gend von Morwede bereits mit 10,200 fl. bezahlt.
Das Todesjahr dieses Künstlers ist unbekannt. Man weiss nur, dasser 1683 seine Zeichnungen dem Krankenhaus in Dortrecht vermachte,und somit muss er ein sehr hohes Alter erreicht haben.
Die Zeichnungen dieses Künstlers sind in schwarzer oder farbigerKreide behandelt, man muss aber jene des Albert Clomp oder Klomp,eines gleichzeitigen Meisters, zu unterscheiden wissen, was auch hin-sichtlich der Gemälde der Fall seyn dürfte. A. Clomp, angeblich Schülervon P. Potter, malte ebenfalls Landschaften mit Hirten und Vieh. Einesolche wurde in der Oalloric zu Schleissbeim für A. Cuyp genommen,da sie ohne Bezeichnung ist. Auf einer Dortansicht mit Schaafheerdein der Gallerte des Instituts zu Frankfurt a. M. steht der Name A. Klomp,so wie auf einer Kreidezeichnung in der Sammlung R. Weigel's.
Dem A. Cuyp werden auch 8 mit A. C. bezeichnete Landschaftenzugeschrieben, auf welche aber Bartsch keine Rücksicht nahm. Siesind geistreich radirt, und zum Theil breit- geätzt. In schönen altenDrucken sind sie sehr selten. Oefter kommen die neueren Abdrückemit Titel vor, und noch häufiger die gegenseitigen Copien, welche derKunstliebhaber Ernst Willem Jan Bagelaar, der 1837 als pensionirtorMajor starb, gefertiget haben soll. Dass dieser Dilettant LandschaftenMonogrammlsleo. 14