Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
IV
Einzelbild herunterladen
 

»f

IV

her die vielen Vertiefungen, die man jetzt in dem Gemäu-er des Doms bemerkt, und die alle ausgewitterte Spathesind.

Der Dom hat, so wie fast alle gothisclie Gebäude,sehr durch die Verwitterung gelitten. Zwar hat der klugeBaumeister überall für schnellen Abflufs des Wassers durchkleine Rinnen gesorgt, die selbst bei den kleinsten Verzie-rungen angebracht sind. Allein im Winter haftet der Schnee,dieser schmilzt; Sonne und Wind können das, unter derSchneedecke sich erzeugende Wasser nicht wegtrocknen, esdringt in die Zwischenräume des Steins, es fällt die fol-gende Nacht ein Frost ein, das Wasser cristallisirt sich,und sprengt die Rinde des Steins, so weit es in ihn einge-drungen ist.

Diese Art der Zerstörung findet man vorzüglich ander Nordseite des Chors, wenn man das kleine Thürmchenbesteigt, welches auf dem Chor steht. An der Nordseitewurde die Feuchtigkeit weniger weggenommen, die Zerstö-rung durch's Frieren ereignete sich häufiger, und mancherZierath fiel ab und manche der feinen Säulen knickte. Anandern sieht man noch die aufgelöseten Steinrinden lockerkleben, wie die lose Rinde an einem Baume.

Der Stein, aus dem der Dom gebaut ist, ist dieserArt der Zerstörung vorzüglich ausgesetzt; weniger der* i