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aber nicht mit Heftigkeit vorgetragen und blieben in eben dem Grade durchaus mannlich, würdig, in welchem die Gegen-bemerkungen des Herrn Thormann und des zufälliger Weise hinzugekommenen Herrn Commissarius Manuel mehr als einmalan Grobheit grenzten. Am Ende war Jedermann darüber einig, daß es als das größte Unglück anzusehen wäre, wenndurch den raschen Schritt der bernerischen Regierung irgend ein Stand sollte veranlaßt werden, sein Contingcnt zurückzuziehen.Wirklich versprachen sich sämmtliche Herren Repräsentanten und Kriegsräthe, die diesfälligcn Berichte an ihre hohen Commit-tenten also einzurichten, daß dadurch einem verderblichen Entschluß von der Art möglichst vorgebogcn werde. (8)
Bern, 1. März 1798. Heute erstattete im geheimen Rath, welchem die Repräsentantschaft beiwohnte, Herr SeckclmcisterFrisching Bericht über seine mit Herrn Oberst Tscharner stattgehabte Misston an Brune. Nach einigen gewechselten Komplimentenbabe der General über die ihm eingegebene Note bemerkt, „quo le ktireotoiri! I» trouvait Sero", um so mehr, als dieRegierung von Bern fast zu gleicher Zeit dem Kaiser Briefe geschrieben habe, die Brune als „basses vt rampanlos" taxirte.In Bezug aus dieses ward crwiedcrt, Bern habe seit langem nur Ein Mal an den Wiencrhof geschrieben, nämlich bei Anlaßder Sendung nach Rastatt, aber dieses Schreiben sei in einem Tone abgefaßt, daß man ihm stündlich die ausgedehntestePublicität geben dürfte. Hierauf sei Brune ausführlich über die Punkte eingetreten, deren schleunige und unbedingte Gestattungvon Seite Berns die einzige Basis einer gütlichen Ausgleichung mit der französischen Republik sei. Dieser Ausgang der Missionveranlaßtc den Näth und Burger ein Ultimatum an Brune zu erlassen und zu ihm sollen sich damit Junker Statthalter, wieHerr von Tscharner verfügen, i8> jj Bern, 2. März, des Nachts, Ich rechne es mir zur angenehmen Pflicht, sogleich nach meinerZurückkunft von Payerne Euer hohen Gnaden von dem Erfolge der dem Herrn Oberst von Tscharner und mir durch den L. StandBern aufgetragenen Mission an den Herrn General Brune einige Nachricht zu crtheilen. Wir verreisten gestern Nachmittagsgegen vier Uhr von hier, und langten, ungeachtet wir uns der möglichsten Schnelligkeit beflissen, erst nach halb zehn Uhr inPayerne an, weil wir von Murtcn weg beinahe alle halbe Viertelstunde von französischen Posten angehalten und mehr oderweniger lange versäumt wurden. Bei der Ankunft in Payerne bemerkten wir einen Zusammenfluß von mehrern hundertPersonen, größtentheils Soldaten, die mit dem wildesten Geschrei und überhaupt auf die ausgelassenste Weise ihre Freudeüber den nun ausbrechenden Krieg gegen die Schweiz äußerten. Alsobald ließen wir uns bei dem Herrn General Bruneanmelden und wurden von demselben unverzüglich auf das allcrhöflichstc empfangen. Der General, sein Sccrctair und wirbeide Abgeordnete nebst unserm Secretair, Herrn von Haller, setzten uns in einem kleinen Cabinet um das Kaminfeuerherum, sonst war bei der Unterredung Niemand zugegen. Vor der Thüre stunden die ganze Zeit über ein paar Husarenmit entblößtem Säbel, dem Vorgeben nach, um die sich etwa Zubringenden abzuhalten. Es walteten bei uns Bedenken, Brunedas uns mitgegebene, nachstehende Ultimatum schriftlich und in seinem ganzen Umfange vorzulegen: „l. Die Regierung nimmtden Grundsatz von Freiheit und Gleichheit der Rechte von nun an als die Grundlage ihrer mit aller Beschleunigung abzu-fassenden und von den Urversammlungen zu sanctionirendcn Constitution unwiderruflich an, L. Die jetzige Regierung erklärtsich von nun an als provisorisch und wird sich unter Mitwirkung der Ausgcschossenen von Stadt und Land, nach Lueerns Beispiel,innerhalb Monatsfrist einstweilen provisorisch constituircn, bis die neue Repräsentativregierung von den Urversammlungen desganzen Landes gewählt sein wird, 3. Diese Urversammlungen sollen abgehalten werden innert Monatsfrist von dem Zeitpunktean, da die Truppen von beiden Seiten sich werden zurückgezogen haben. 4. Die Regierung nimmt de» Grundsatz der Ver-einigung der ganzen Schweiz in dem Verstand, wie die Cantonc ohne fremde Einmischung über die daherige Form sich einvcrstehenwerden. 5. Die wegen politischer Vergehen verhaftete» Personen sollen auf die Empfehlung des französischen Direktoriumssogleich in Freiheit gesetzt werden,—Zugleich mit diesem Decrct wird von Hochgedacht MnGH, und Oberen und Ausgeschosscncnvon Städten und Landschaften dem ganzen Land die feierliche Versicherung crtheilt, daß sobald die Gefahr von Außen abgewendetsein wird, jede einkvmmende Beschwerde untersucht und wenn es nur immer mit dem Wohl des Landes bestehen kann, gehobenwerden soll,"-Hauptsächlich hätten wir von der zweiten Bestimmung des Ultimatums den schlimmsten Effect erwartet. Lieberberührten wir daher die verschiedenen Punkte des Ultimatums mündlich. Der General äußerte wiederholt sein Bedauern darüber,daß die Unterhandlung so spät komme. Durch sein Actcnbuch und mehrere uns vorgelegte Schreiben des Direktoriums zeigte er,wie manchen Verweis er schon von dem Direktorium über sein Zaudern und den langsamen Gang seiner Ncgotiationcn mit derSchweiz erhalten habe, Ueberhaupt war er ungemein vertraulich und aufmerksam und zeigte für alle von uns in der Unter-redung angeführten Gründe und ihm gemachten Vorstellungen eine für die gegenwärtige Lage der Sachen auch gar zu großeund daher uns einigermaßen verdächtige Empfänglichkeit. Die unverzügliche Errichtung einer provisorischen Regierung, worauser allervorderst bestand, schien uns eben keinen gar großen Schwierigkeiten unterworfen, weil wir nicht sahen, aus was fürGründen die jetzige Regierung zu Bern sich weigern würde, auf der Stelle zu thun, was sie bereits erklärt hat, binnen vierWochen thun zu wollen. Die Auswahl dieser provisorischen Regierung sollte zwar ganz ohne fremde Einmischung geschehen!einzig äußerte er den Wunsch, daß einige mit Namen angegebene jetzige Negierungsglieder nicht in dieselbe aufgenommen werdenmöchten. Eine engere und gleichförmigere Verbindung der verschiedenen Theilc der Eidgenossenschaft gab er zwar auch als einesder Haupterfordernisse zur Aussöhnung mit Frankreich an. Allein, äußerte er sich, der hierbei hegende Zweck werde hinreichend