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so können Wir auch keinen Grund haben zu vermuthen, daß solches geschehen sei, und folglich sind auch deswegen keinegewaltsame Maßregeln, wie Sie sich ausdrücken, gegen einige Einwohner der Landschaft Waat veranstaltet und selbst Niemandzur Verantwortung gezogen worden, »nd Wir verhoffen, daß Wir auch in Zukunft nicht werden in die Nothwcndigkcitversetzt werden, solches zu veranstalten. Wir können Ihnen hierbei den Wunsch nicht bergen, es möchten dem Vollziehungs-dircctorium der französischen Republik nicht so häufig falsche Gerüchte beigebracht, und ihnen von demselben so viel Werthbeigelegt werden, zu der Zeit, da Wir Uns, wie immer, bestreben, die freundschaftlichen Gesinnungen der französischen Nationund des Directoriums zu erhalten »nd zu befestigen und die Versicherung davon bei jedem Anlaß wiederholen." <I5> jjiL. Januar. Im Freiburgischcn ist, zur selbstcigenen Verwunderung der in hier befindlichen diplomatischen Personen, allesganz ruhig, und nur keine Spur von irgend einer Einwirkung auf den Grenzen. — Das ausgestreute Decret des Direc-toriums wurde auch von den verdächtigsten Orten der Regierung eingehändigt. Ebenso und noch weit stärker ist die Stim-mung der Grafschaft ssw) Neuenburg. — Von zuverlässiger Hand habe ich, daß sich die französischen Truppen bei Baselvermehren, und diese Stadt ganz unter den Kanonen derselben ist. Wenn fünfundzwanzig Mann am Thore erscheinen, sowird man zwar Protestiren, aber dieselben dennoch einlassen. Auch in Solothurn spukts. (S> jj 13. Januar. Einenwichtigen unangenehmen Umstand soll ich Euer Gnaden anzeigen. Die neuerrichtete Bürgerwache zu Vivis hat bei demdortigen, durch den Schlag geschwächten Herrn Landvogt Tscharner erhalten und auswirken können, das ziemlich wohl gespickteZeughaus zu Ehillon zu bewachen. Jhro Gnaden können sich vorstellen, welche Sensation und Unwillen dieses Benehmendes Herrn Landvogts hier veranlaßte, und vielleicht gerade auch darum in einem verstärkten Grade, weil man sich denVorwurf machen muß, nicht zeitlicher Vorsorge getroffen zu haben. lis)
Lausanne, k6. Januar 1798. Oberst Weiß, der Nämliche, der sich so lange Zeit in Geschäften des L. Standes Bern inParis aufgehalten, ist zum Obercommandant des Pays de Vaud von der höchsten Stelle ernannt worden und hat unbeschränkteVollmacht bekommen, ohne den mindesten Verzug solche Militairanstalten zu besorgen, die in dem ganzen Welschland jedergesetzlichen Ordnung allen Respect einflößen und die Einwirkung der Clubbistcn in mehrern Städten beschränken werden. Ueberdiese Räth- und Burgerschlußnahme waren die Herren Deputirten von Bern noch mehr als Wir Repräsentanten betroffen,vorzüglich da von einer solchen entscheidend wichtigen Maßnahme ihnen kein Wort zugeschrieben und Herr General Weiß nichtdie geringste Verpflichtung hatte, von solcher ihnen Kenntniß zu geben. Dieses Decret war für uns eben so kränkend alsunerwartet, denn noch gestern Abend erhielte» wir von Bern eine schonende Proclamation, die nächsten Sonntag sollte verlesenwerden, und von der man in Bern mit aller Zuversicht den besten Erfolg gewärtigte. Diese Proclamation, in ihrem Geistund Sinn, und dann die Schlußnahmc des gestrigen Räth- und Burger commentiren sich von selbst. Möge die Vorsehungauch dieses Ereigniß zum Beste» leiten, aber gewiß, wenn in dem Augenblick dieses furchtbare Räth- und Burgcrdecret solltebekannt werden, ohne den mindesten Anstand würde zuverlässig die Revolution ausbrechen. Nach den allgemeinen Empfin-dungen, welche wir bereits unverkennbar wahrgenommen, würde höchst wahrscheinlich die Ankunft eidgenössischer Reprä-sentanten noch vor acht Tagen der Stimmung dieser Landschaft eine günstige Wendung gegeben haben. Ein ansehnlicherTheil der Städter und beinahe alle Landbewohner wären gewiß für die Stimme der Vernunft, für zweckmäßige Vorstellungen,für Beherzigung ihres Interesse damals noch empfänglich gewesen; aber leider mußte auch diese Anstalt, wie schon so viele anderefür die Erreichung eines glücklichen Zweckes zu spät, zu spät ausgeführt werden. — Würden wir rücksichtlich der beiden mitden Deputirten von Bern besprochenen Gegenstände nach der Anweisung und dem Befehle des höchsten Gcwalts in Berngehandelt und dieselben in Epecution gesetzt haben, so wäre ganz gewiß in wenigen Stunden die allgemeine Jnsurrection derganzen Landschaft die Folge davon gewesen und wir hätten nicht die geringste Kraft derselben entgegen zu setzen gehabt. —Nach der diesmalige» Lage und der exaltirtcn Stimmung der Gemüther darf man an keine starken Maßnahmen denken undwir werden auch niemals zu solchen Hand bieten. Die bernerischen Committirtcn in hier haben klug, zweckmäßig und den jedes-maligen Umständen höchst angemessen gehandelt, was man in Bern zwar nicht glauben will, da man daselbst in dem Wahnesteht, die Committirtcn hätten durch ihre Nachgiebigkeit und Schwäche die Sachen auf diesen Punkt gebracht. Mit einerganz unbedeutenden Ausnahme wünscht die ganze Landschaft, Städter und Landbewohner, daß ohne die geringste Einmischungder Franken die Landschaft sich mit der bernerischen Regierung über alle und jede Gegenstände ausgleichen könne. Freilichhaben dann die einen Städte und Communcn stärkere, bedeutendere Forderungen als die andern, aber bereits von beinaheallen sind den Abgeordneten theils mündliche sehr energische Vorstellungen gemacht, theils schriftlich übergeben worden, daßman durchaus die Besammlung der Etats von der Regierung in Bern verlange, und ohne die Gewährung dieser Bitteniemals beruhigt sein werde. Wir überzeugen uns, daß wann diese Besammlung gestattet werden muß, dieselbe nicht nurfür diese Landesgegcnd, sondern für das gemeine Vaterland die bedauerlichsten Folgen haben werde. Man täuscht sich zwarhier und selbst in Bern mit dem Gedanken, diese 3.«8emliivv Nes leoisdie« könne nach Wunsch geleitet und für ihr Wirkenbestimmt werden. — Hier herrscht beinahe die allgemeine Stimme, daß wenn ein Bein deutscher Truppen das Pays de Vaud betrete,man sie, auch vereinigt mit den morgens oder spätestens übermorgens eintretenden französischen Truppen zurückschlagen werde