Anhang.
689
Adjectiva aristokratisch und demokratisch bei gegenwärtiger Tagsatzung gar nicht gebrauchen will. <14> jj Ii. 3. Juli. SämmtlicheGesandtschaften gaben dem Eifer und der Geschicklichkeit der militairischen Gesellschaft als eines nützlichen Instituts, sowieauch der Brauchbarkeit aller eingegebenen Vorschläge das gebührende Lob. Nur wenige fanden diese letztcrn gar zu weit-läufig, und für die kurze Geduld der lieben Landleutc zu ermüdend. In dem Landrathe eines benachbarten Cantons soll esdie Mode sein, daß wenn Jemand länger als fünf Minuten spricht, die übrigen mit der Bemerkung Einhalt thun, man sollesie auch zur Sprache kommen lassen. <14) (Ueber dieses wie über das im folgenden Jahre eingelegte Memorial der militairischenGesellschaft beriethen wir den Historiker und Militairschriftsteller David Nüschelcr, Artillerieoberstlieutenant a. D. in Zürich.)
Zu Abschied t85. (Seite 180.)
I». Fraucnfeld, 12. Juli 1792. Gestern verfügten sich die Gesandten der neutralen katholischen Stände zu den Gesandt-schaften von Zürich und Bern. Sie trugen in sehr gemilderten und höflichen Ausdrücken den Wunsch vor, daß doch endlich diebeiden Vororte auf das Verlangen der interessirten Stände Rücksicht nehmen und zu williger Auskunft gefällige Hand bietenmöchten, damit jede Ursache zu Mißvergnügen unter allen Ständen gehoben und die vollkommenste Harmonie wiederhergestelltwerde. Die zürcherische Gesandtschaft erklärte hierauf unter verbindlichen Acußerungen, aber auf die nachdrücklichste Weise,daß sie keinerlei Antrag über diesen Gegenstand auf sich nehmen, noch viel weniger einige Hoffnung geben könnte, daßMGNHHerren jemals diesfälligen Vorschlägen Gehör crtheilen würden. Weit entfernt, daß eine weitere Betreibung diesesAnliegens das gute Vernehmen in der Eidgenossenschaft befördern könnte, müßte man davon die nachthciligstcn, auf dasganze gemeinwerthe Vaterland sich erstreckenden Folgen besorgen, wenn jemals MGNHHerren hierüber einzutreten im mindestengeneigt sein könnten. Diesen, in die höflichste freundeidgenösstschc Sprache gekleideten, förmlichen Abschlag ließen sich dieneutralen Herren Gesandten ohne einige Widerrede gefallen, und gaben vielmehr zu verstehen, daß sie hauptsächlich aus Ge-fälligkcitsbcgierdc einen Auftrag erfüllt hätten, der ihnen selbst fruchtlos vorgekommen wäre. Von Seite der bernerischenGesandtschaft erfolgte ein ähnlicher Abschlag. Freilich läßt sich aus der diesfälligen freundschaftlichen Communication gegendie hiesige schließen, daß diese abschlägige Antwort hauptsächlich auf die kritischen Zeitumstände und die Lage des StandesZürich gegründet und motivirt wurde. Es ist indessen nicht der geringste Anschein weiterer Schritte von Seite der interes-sirten Orte vorhanden, iitj
Zu Abschied 184 u. 187. (Seite 173—173 u. 183.)
Ausgaben während der gemeineidgcnössischen Tagsatzung zu Frauenfeld und der Jahrrechnunz zu Baden im Jahre 1732:
Frauenfeld.
Gld.
Sch.
Gld.Sch.
Dem Seckelamtsläufer für empfangenes Geld
I
10
Ucbertrag
102
8
Dem Junker Stadtschrciber für die Instruction .
8
16
Trinkgelder für mancherlei Verehrungen . . .
4
20
Dem Copist derselben
1
1»
Logementzins
140
—
Dem Läufer, so sie gebracht
—
20
Dem Bcrnerreuter für Bestellungen auf Winterthur
2
2»
1 Dutzend Bleistift, zu 3 Schilling . . . .
—
36
Der Wäscherin
44
16
1 Pfund fein Sigellak
3
—
Dem Postillion für die Schaffhauserzeitung . .
1
20
2 Buschlen Federn
I
10
Dem Läufer Däniker für den ersten Gang . .
1
32
3 Federmesser
—
36
Trinkgelder bei verschiedenen Partien nach Kon-
i/z Riesen holländisch Postpapicr
2
30
stanz, Pfyn, Wellenberg u. f. f., letztere mit der
Vz Riesen Basler Schreibpapier
2
3 st
Bernergcsandtschaft, in Küche, Stall, den Kut-
10 Bücher Fließ- und 7 Bücher Packpapier . .
1
34
schnern u. f. w
13
20
Packschnüre, Bindfaden, Bürsten u. f. f. . . .
2
15
Dem Übcrrcutcr Waser für einen Ritt nach Zürich,
Bettlcrmünz
3
—
Zchrungskosten und Loh»
3
10
Paradcwacht in Zürich
I
—
Herr» Gerichtsschrcibcr Neuwciler für ununterbro-
„ „ in Wintcrthur
2
20
chene Copiaturen
20
—
Discretio» daselbst («l Ducaten)
28
20
Almosen an einheimische und fremde Arme mit
Trinkgeld im Amthaus: in Küche und Stall . .
5
—
Stcuerbriefcn oder Attestaten
8
20
Einem nach Basel gesandten Expressen für die Hin-
Bricfport und Botenlohn, Extra
3
36
und Herreise
3
—
Dem Hufschmied
8
6
Den Überreutcrn für Nothwcndigkeiten . . .
4
35
Dem Büchsenmacher
1
24
Den Überreutern von Basel für zurückgelassenen Wein
2
20
Dem Schneider
13
10
Den Herren Geistlichen zu Fraucnfeld für die re-
Für Arztlohn für ein Reutcrpfcrd
2
30
formirten Armen gewohntcrmaßen ....
t3
30
Dem Sattler
>7
29
Den Kapuzinern daselbst das gewohnte Geschenk
4
30
Musikanten, Merkwürdigkeiten u. s. f. ...
3
2»
Ucbertrag .
t02
8
Ucbertrag .
393
1