Ktnbctpro3cffc. Der niberjodjerp^efe in 3nnsbrud gg
gen 3U enben pflegten. Ilun finb es in etftet £inie bie Kinber ber Canbftrafce,mit benen man fonft nict/ts an3ufangen roufete unb bie man batjer um fo liebetbem Sreimann überantwortete, als man fid? mit bem Gebauten tröftete, bafcbiefe Brut 3auberifdjer (Eltern ob.neb.in bem (Teufel oerfallen fei.
Der Sat}, ba^ bie Bosheit bie Strafmünbigfeit erfetje (Malitia suppletaetatem) 12 ), t>alf über bie juriftifd?en Bebenlen Innroeg unb fanb nirgenbs un=beftrittenere Anroenbung als im Bereid? einer Dorftellungsmaffe, 3U ber aud?bie Celjre gehörte, bau 3auberifd}e IKütter unb tjebammen bie Kinber fdjon imIHutterleibe ober bei ber (Beburt bem Teufel 3U roeifyen pflegten 13 ), ba% rucf/lofe©eiftlidje im Hamen bes (Teufels tauften ufro. Der (Seift bes Barocf3eitaltersfucfyte unb fanb bie Derroirflidmng ber Fialen 3iele bes Strafredjts in ffrupel*lofen Dertilgungs= unb llnfdjäblidjmadmngsftrafen. (Es gehört aber audj fürbie 3uriftengeneration biefes garten 3eitattets ein für uns unfafdidjes JTtajjj pon(Sefub.Isrob.eit ba3u, bas ricbierlidje ©eroiffen mit bem Ceben 3af}lreid?er Kinber3U betajten, beren Derantroortlidjfeit ernftlidj nidjt behauptet werben tann.
IV. (Ein toeniger juriftifd? als oolfslunolidj unb fulturb.iftorifdj bemerfens--roerter 3<wbereipro3ef3 ereignet fict) 1650 in 3nnsbrud u ) gegen ben Dieb, r)oa>ftapler, Bergtoerlslunbigen unb Aldjymiften ITtatfjäus ttiberjodjer, insgemeintjoifl, aus Sdjtoa3. Diefer blatte fid? neben 3af)lreid?en anbern audj ben 3nns=bruder pimfifus Dr. Kaspar Kammerlanber 3um (Dpfer feiner fdjroinbelfyaften(Tätigfeit erforen. Diefem bradjte er — angeblich, pom Stubjfar in ber roilben©erlös — oermeintlidjes <5olber3, bas aber nadj oft rpieberijoltem TTCufter mitIDafdjgoIb perfekt roar unb bab.er beim (Einfcfyme^en fdjönes Dufatengolb lieferte.Als fid} bies bei fpäteren (Erproben begreiflicfjertpeife nidjt toieberljolte, rebetefidj IIiberjod}er barauf aus, bafj ib.m ein (Seift ben Auftrag gegeben Ijabe, „bieBergroerfe 3U oertun", b. b.. ben Bergfegen 3U fperren. Dies oeranlajjjte feine(Ein3ietmng unb Derfolgung als 3auberer. Seine Ridjter roaren bie fjerrenBertelli unb fjipoliti, beren Hamen in ber (Sefdjidjte (Tirols burd? itjre (Teilnaljmeam Pro3effe gegen Dr. IDilb.etm Biener, „ben Kan3ter pon (Tirol", befannt ge=roorben finb. 3m pro3effe, bei bem bie 3ugfofter mit furdjtbarer Strenge 3urflntoenbung gelangte, fommt u. a. fjeraus, ba% niberjodjer eine ITTaus alsSpiritus familiaris l)ergericr/tet unb einigen Bauern gegen otet (Selb in einem(Slafe oerfauft rjattc. Aud? geftanb er, mit einem anbern 3ufammen ben Derfudjunternommen 3U fyaben, einen meinen rjafeftourm 1B ) aus3ugraben, bamit er als©lüdstalisman biene; fein Aufenthaltsort fei unter einem fjafelftraud?, auf bemeine CTTiftel roadjfe. Den (Teufelsbunb leugnete er ftarr, fo ba^ er, als bie Softererfdjöpft toar, nur 3ur Auspettfdmng unb eroigen Derbannung perurteilt rourbe.
Aus einem im Ardjip ber Stabt gürftenfelb in ber ©ftfteiermar! erliegenbenKoftenoe^eidmts 16 ) bes Banngeridjtsfdjreibers 3ob.ann (Sabriel Paanfyalbm
~ >») Srölid} l S.309ff., II 5.73ff.
n ) Mall. mal. II qu. 1, cap. 13. Die fjebamme i[t übrigens aud; im allgemeinen(Begenftanb abergläubijdjer Dor(tellungen. t)H)B. s. v. fjebamme (fjausroirtb.).
u ) Befpr. Don Dr. 0. Sdjönljetr im Gitoler Boten 1873 Kr. 181-190. flft im£Rfl. 3nnsbrud (flbt. £eop).
'«) Die 3aubetifd?c Sd)a^d)lange! tjtDB. s. v. Solange.
'•) S£fl. Sonb. Ard). $ürftenfelb Sdmb. 46, fjeft 100.