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Hexenglaube und Hexenverfolgung in den oesterreichischen Alpenlaendern
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62 Eeufelsaustteibungen in ©103 1600. ITIattin Deltio in ©103

fahren 311 bürfen. (Enölid? gelang am tT.eujabrstage 1600 bie enbgültige (Erlöfung.Die Sache mar im Ausgange ein ©lüdsfall für bas Katfyerle; öenn ber Jjof über*naljm ihre roeitere Derforgung.

Dies oeranlafete einen angeblich abeligen Stuöenten enangelijdjen (Blaubensan ber ©ra3er Untoerfität, ber fich Ijeinrich oon tTtefyn nannte, im unmittelbaren3eitlidjen flnfchluffe 3U einer grotesfen Konoertierungsfomöbie. (Er befannte ben3efuiten, ba% er fich bem (Teufel mit einer Bluturtunöe ausgeliefert habe, ttunfe^en roieber unter Ginflufenafyme bes fjofes geiftliche Bemühungen ber3efuiten unb Knorrs, ber bas tjauptnerbienft für ftdj in flnfprudj nimmt, ein,um bem (Teufel biefe Urfunbe ab3ujagen. Die Art unb tDeife, roie ber Scfytöinblerfdjliefelicf} bie Urfunbe tatjädjiid} 3um Dorfdjein bringt ber (Teufel hatte fieihm angeblich, nachts im 3efuitenfonoent 3urücfgeftellt unb nor allem bieeifenfefte Dummgläubigfeit, mit ber 3efuiten unb tjof blinblings unb olmeKritif alle feine tjanbgreiflid^en £ügen hinnehmen, ift böcbft fomifcb. fjeinricboon ITtefyn belehrt fich 3um Katboli3ismus, unb bie (Teuf elsnerf ehr eibung roirbam 18. 3unl 1600 00m 65ra3er Stabtpfarrer feierlich, oor einer großen ITIenfcben*menge in ber Kirche an bem flltare Derbrannt 101 ).

Solche Geufelsaustreibungen toaren im 17. unb 18. 3abrbunbert in benfllpenlänbern häufig 102 ); fie finb SIetfti} oom $leifcbe ber 3<mbereipro3effe, bafie auf ber gleichen (Srunblage bes (Teufelsglaubens berufen, unb haben biegerichtlichen Derfolgungen 3ettltcr> überlebt, roeil bie praftifcrjen IDirfungen oer*bältnismäfetg formlos finb. Der $all Htefyn, ber einem (Brofoen auf bem (Bebieteber fjejrenliteratur, bem 3efuiten, ©ra3er Unioerfitätsprofeffor unb eminentgelehrten kirnen mundi ITIartin Delrio 103 ), beffen disquisitiones magicae anDerbreitung unb Ginflufe bem Ijejenbammer nahekommen, hebeutfam genugerjchien, um ihn in fein Stanbarbmert auf3unehmen m ), lehrt uns insbefonbere,bafo in ber <5ra3er fjofgefellfcbaft im 3abre 1600 bie IHeinung oon ber Ungeheuer*lichfeit bes (Eeufelsbunbes als eines Derbrechens bes roeltlicben Rechtes noch

101 ) Als weitetet Beleg füt bie (Einteilung bes <5ta3et fjofes 3Ut $tage bet 3aubeteijenes fjofes, bet butd) bie Detmäfylung (Et3ljet3og Setbinanbs, bes nochmaligen Kaifets, mitZTCatia flnna non Bayetn, bet Sdjtoeftet Itlajimilians, bes ätgften fjejenoetfolgets untet benbaytifdjen $ütften, eine bejonbete Steigetung in bet Ridjtung botnietteften 3oubetglaubensetfaljten Ijatte - biene bie Cegenbe oon bet Be3aubetung bes <Et3t)et3ogs IRatbJas butefyfeine $teunbin Sufanna IDatfjtet, übet bie IHatia flnna in einem Sdjteiben aus ©103 anifyten Datei betidjtet unb bie ©egenftanb längetet Detfyanblungen mit Btfdjof Kbjefl gcroefenift. 3n einem Kloftet btenne lag unb Radjt ein Cidjt - fagt bie Bticffd}teibetin -; folangebiejes nidjt gelöfdjt fei, fei ITtatl)ias unlösbat an feineBettel" gebunben. Don IHündjenfenbete man bataufbm ben Rat Dieped nadj ©103, bet t)tetfotdjc specialissitna, roeldje betSebetn nitfjt 3 u oetttauen" etfutjt. Stieoe, IDittelsbadjet Btiefe VII 746ff-, audj in bet (Ein*leitung S.682ff.; Rie3let S. 196ff.

1M ) Ramentlid) bie 3ab.tesbetid!te, bie litterae annuae bes 3efuitentollegiums in ©103,btingen b. auf ig Radjtidjten übet Geufelsaustteibungen. Dgf. bie Racbroeife bei StuftetS. 627ff. Dgl. audj 1590 bie aeufetsaustteibung an einet <Ebelftau in bet Sdjottenlitdje 3UU)ien. Schlaget S. 33ff.

103 ) Übet ib^n (fefyc obiettio!) fein (Dtbensbtubet Betn^atb Dutjt, Stellung bet3efuiten, S.39ff.; Butfian in bet allg. beutfd;. Biogt. 5. Bb. 5.44.

104 ) Disquisitiones magicae, Hb. 6.