Vorrede.Dann der Lehrer der Religion aufgefordertwird, ſeinem vollendeten Landesherrn einefeyerliche Gedächtnisrede zu halten: so soller einen Stoff wählen, welcher den Erwar-tungen seiner Zuhörer in diesem bestimmtenFalle entſpricht. Er ſoll ſich von der einenSeite hüten, daß er keine ſklaviſche Spracherede, die sich für den edlen deutschen Mannnicht schickt, und die ihn in dem gegenwär-ügen Zeitalter vorzüglich verächtlich machenwürde; aber auch von der andern Seite durcheinezu weit getriebene Dreistigkeit die Ehr-rbietung nicht verletzen, die der christlicheUnterthan seinem Landesherrn schuldig ist.soll auch bei dieser feyerlichen Veranlas-ſung nicht vergeſſen, daß er zum Lehrer derWahrheit berufen ist, und daher nichts re-denwas er nicht nach eigener sorgfältigerPrüfung der Wahrheit gemäß findet. Er soll,überall, so auch hier, durch Wahrheitdie Gemüther seiner Zuhörer vortheil-zu wirken, und die Veredlung und Be-ruhi-A 2
Druckschrift
Die Götter der Erde sind Menschen : Eine Gedächtnißrede, gehalten bei der Todesfeyer Sr. Kurfürstlichen Durchlaucht Karl Theodors, seines auch im Staube noch Hochverehrten Landesherrn, am zweiten Sonntag nach Ostern 1799
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