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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
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Herausgeber aus Milanesis Ausgabe abgedruckte Note. Wie für die Juden, verlangtPolizians Zeitgenosse Bern. Qiamburlari in einer Canzone a ballo (Baüatette f 3 bdas Zeichen auch für die Priesterliebchen in Florenz: ... farle un O come gludeiportare.

In deutschen Landen scheint das Rädchen oder Ringlein nicht mit O bezeichnetworden zu sein; wenigstens gibt das Grimmsche Wörterbuch kein Beispiel. Immer-hin vgl. man die lateinischen Verse im Zeitvertreiber 242f., die beginnen:

Cur (erat Htbraeus vocalem in pectore quartam,A multls quaerl, lector amlce, solet.

La Berta fila; quando uno fa quello che mai non fe'.Berta spinnt: wenn einer tut, was er noch nie getan hat.Die Erläuterung Polizians beweist, daß kein Zusammenhang zwischen der PhraseLa Berta fila und dem bekanntern Sprichwort Passato c il tempo che Berta filavabesteht, das Cinzio de' Fabrizii in dem 20. Stück des Libro della origine delle vol-gari proverbi zu erklären versucht 1 . Polizians Erläuterung erläutert Serdonati, I 88b jBerta war eine hübsche Hure oder, wie andre sagen, eine Kupplerin, die sich schließ-lich, als sie jeden Anwert (il credito) verloren hatte, daran machte, sich den Lebens-unterhalt durch Spinnen zuverdienen; und an anderer Stelle (III 93 ») sagt Serdonatizur Erklärung des Sprichworts La puttana fila: Dicesi per scherno, perche quandole puttane filano, le son ridolte al verde. Das stimmt zwar nicht zu dem Ausspruchedes hl. Bernardino (Pred. volg., 11440): Sl io so ciö che Berta filö, der wohl be-deutet: »Ich weiß Bescheid" (vgl. die parallele Wendung in Sacchcttls 215. [216.] No-velle [II 188]: ... il garzone li disse ciö che Berta filö), wohl aber zu dem SprichwortVa mal quando le puttane filano (Bolla H 6 «; vgl. Croce, Selva 22), weiter zu dem 11.der Proverbia communia: Filat quando puta, questus malus est ita puta, Als hoerenspinnen, is die neringhe cranc; s. Tunnicius, 18 und 112, n° 21, Wander, II, vo.Hure n°174 und 213.

Quel che egli ha, non e suo.

Was er hat, ist nicht sein.

Ebenso bei Pescetti 284« und Lena 538, dort mit der etwas gezwungenen ErklärungSemper aliquid (statt aliquis) in Cydonls domo; vgl. Erasmus, Adagia 396 undAdagia, 1643 284.

l Zu diesem vgl. Pataffio 47, OperettaQ* und 22b, Bonne ResponseB^>, Doni,Zucca 17 a , Bernard. Scardeonius, De antiquitate urbis Patavii, Basileae, 1560 358in 1. 3, c. 14 (=Beyerlinck, III 890 = H.Enßclgrave, Lux evangelica, Coloniae, 1655,I 161 = Langius71f. = GaudentiusJocosus97f), Florio, II 297, Pescetti 257», Buoni,Thesoro, I 123f., Croce, Selva2A, Serdonati, II 125«, III 214«, 243b, 322», Floriato214,253, Basile 545 (v. 5 des Gedichtes am Schlüsse der Einleitung zur i. V.), Lena440, Lippi, Matmantile, c. 2, st. 6 samt den Noten 135f., Pauli, Aforf/23n°7, H.Beyle (Stendhal), Rome, Naples et Florence, ed. Calmann-Levy345, Jac. Grimm,Deutsche Mythologie*, 1232, Giusti-Capponi475, Passarini 145f.n°284, V.Imbrlani,La novellaja fiorentina, Livorno, 1877 250f., weiter Fecunda raus v. 241 (Seiler83), Hilka 23 und 35, n° 15, Morawski n° 2397, Leroux, I 516, II 510, Wander, V, vo.Zeit n° 169 und 289, zu diesem Fischart, Binenkorb (1579). 1588 151b; Es ist nichtmehr umb die zeit, da Gretlin span und Hänßlin stecken ritt.

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