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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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Die Fazetiensammlung Nicola Angelios

Ein großer Teil dieser Schnurren und Geschichten findet sich nun merk-würdigerweise auch in einer andern Sammlung, und diese liegt nicht,wie das solchermaßen als Tagebuch Polizians erkannte Bei libretto desStradino, nur noch gedruckt vor, sondern auch in einer Handschrift, diefast zur Gänze aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammt. Dieses Manu-skript hat der bekannte Bibliophile Giovanni Papanti 1874 als Dispensa 138der Scelta dt curiositä letterarie unter dem Titel Facette e motti dei secoliXV e XVI bei Gaetano Romagnoli in Bologna veröffentlicht. Mit diesenFazetien müssen wir uns, weil eine Abhängigkeit der einen Sammlungvon der andern nicht bestritten werden kann, eingehend beschäftigen,freilich, zum Glück, nicht so eingehend, wie mit dem Tagebuch Polizians.

In der Einleitung zu seiner Ausgabe stellt Papanti vor allem fest, daßvon diesen Fazetien, die er nach dem Ms. 196 (Cl. VI) der Magliabe-chiana (Nationalbibliothek in Florenz) abdruckt, nur die ersten 263 nochdem Quattrocento angehören, die restlichen 17 aber erst im sechzehntenJahrhundert niedergeschrieben sind. Des weitern sagt er, nicht alle diese280 Schnurren seien neu: eine finde sich in Boccaccios Vita di Dante,eine entspreche der 8. Novelle Sacchettis, einige seien von BaldasarreCastiglione in den Cortegiano aufgenommen worden, und andere stündenin der Sammlung Lodovico Domenichis; da sie von diesem schier mitdenselben Worten wiedergegeben würden, sei die Annahme gestattet,Domenichi habe die Handschrift in den Händen gehabt. Augenscheinlichhat nun Papanti weder die erste, noch die zweite Ausgabe der von Dome-nichi zusammengestellten Fazetiensammlung gekannt sein Catalogodei novellieri itaüani, Livorno, 1871 verzeichnet keine von beiden;sonst hätte er wohl in dieser Bemerkung einerseits den Namen Domenichidurch den des Padre Stradino ersetzt, andererseits ausgeführt, daß mehrals die Hälfte dieser Fazetien ihre Gegenstücke bei Domenichi oder indem Bei libretto Stradinos haben. Die Sache steht so: In dem erstenHundert der Papantischen Fazetien haben fünfzehn Stück Parallelen inPolizians Tagebuch, und zwar erhalten wir, wenn wir den Nummern Pa-pantis die entsprechenden Nummern des Bei libretto in Klammern bei-setzen, folgendes Schema:

6 [137], 23 [97], 38 [188], 46 [134], 61 [171], 64 [170], 70[185], 71 [179],73 [381], 78 [130], 82 [413], 86 [195], 87 [249], 93 [3] und 100 [99J.

Abgesehen aber davon, daß die Fazetien in Papantis Handschrift meistbreiter ausgeführt sind, als in der des Padre Stradino, erzählen die n°6,

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