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Januar und Februar 1745.
Hülfe im Falle der Noth und um einen eidgenössischen Repräsentanten gebeten. Wenn nun gleich eingesehenwird, daß der Eidgenossenschaft an der ungestörten Erhaltung dieser Stadt viel gelegen sein müsse, weil dieselbevon dort Früchte, Salz und anderes beziehe, so findet man cS doch bedenklich, thätliche Hülfe oder einen Reprä-sentanten zu schicken; hingegen wird für gut befunden, an die Krone Frankreich eine nachdrückliche Vorstellungzu Gunsten Lindau'S und seiner Zeit eine ähnliche an das HauS Bayern zu adressieren. Unterwaldcn undFreiburg nehmen daS projectierte Schreiben all roloi-onilum. 8 10. I, In Betreff der Stadt Bregenz wirddarauf aufmerksam gemacht, wie sehr es der Eidgenossenschaft daran liegen müsse, daß dieselbe nicht von einerMacht umschlossen werde, was schon die Vorfahren jeweilen für bedenklich gehalten hätten. Dadurch würdenicht nur „die eidgenössische Freiheit unterdrückt", sondern die Eidgenossenschaft in die Lage versetzt werden, daßsie für den Bezug der Früchte, deS SalzcS und anderer Bedürfnisse von einer Macht abhängig würde.Zürich, Bern, Lucern, Schaffhausen, Appenzell, Stadt St. Gallen und Biel sind der Ansicht, eS sollte, da daS imSeptember 1744 wegen dieser Stadt an die kriegführenden Mächte abgegangene VorstellungSschreiben unbe-antwortet geblieben sei, eine nochmalige Rccharge an Frankreich und seiner Zeit an daS HauS Bayern abge-sandt werdein Die übrigen Gesandtschaften, ohne Instruction, referieren und stellen die Beistimmung ihrerStände in Aussicht. 8 11. n». Die drei Bünde suchen die sämmtlichen Stände der Eidgenossenschaft umgetreues Aufsehen nachbarlich und bundeSgenössisch an. Die Gesandten von Zürich und Bern machen daraufaufmerksam, daß Gefahr vorhanden sei, cS möchten die französischen Alliierten nach Wegnahme von Lindau undBregenz den Durchpaß durch Graubünden forcieren, um eine Communication mit Italien zu finden, in Folge dessenGraubünden der Schauplatz deS Krieges werden könnte, und daß zu besorgen sei, eS möchten die mit Graubündenverbündeten Orte, ja sogar die ganze Eidgenossenschaft in den Krieg verwickelt werden. Die Gesandtschaften derübrigen Orte erklären, daß sie im Nothfalle alles daS zu leisten bereit seien, wozu sie durch Bünde und Trac-tate verpflichtet seien, um die gemeinsame Ruhe und Sicherheit zu wahren. 8 12. i». Schaffhauscn sucht dieübrigen Stände um getreues Aufsehen und, wenn eS die Noth erfordere, um Rath und That an mit der Ver-sicherung, daß cS ohne Noth den Orten nicht beschwerlich fallen werde. Es wird ihm die Versicherung gegebe»,daß alles getreulich werde geleistet werden, waS die Bünde verlangen. 8 13. «. Ans die Anfrage Zürichs,was zu thun sei, da der Kaiser gestorben, welcher der Eidgenossenschaft die feierliche Erklärung gegeben habe,daß seine Kriegsvölker deren Boden nicht betreten werden, wird gut befunden, die Notifikation deS TodcSdurch den Churprinzen vorerst abzuwarten und dann in dem Antwortschreiben jene Dcclaration deS Kaisersgegen den Churprinzen zu verdanken und demselben das eidgenössische Interesse und namentlich die Neutralitätzu empfehlen. 8 14. y». Der zu Ulm versammelt gewesene Krcisconvent hatte auf die Vorstellungen Zürichs,welche es durch den RathSsecretariuS Hirzel zu Ende vorigen JahreS daselbst hatte machen lassen, dieLimitation der Zufuhr der Früchte und den Jmposto ausgehoben, aber auch seinerseits einige Ansuchen gestellt,welche auf die Aufrechthaltung deS gemeinschaftlichen CommerciumS zielten, und namentlich darüber sich beschwert,daß auf einigen eidgeiwssischen Fruchtmärkten die Preise eigenmächtig bestimmt und die Verkäufer in ungang-baren oder zu hoch taxierten Geldsorten bezahlt würden. Dem Stande Zürich wird seine Bemühung, denkrciSauSschrcibenden Fürsten zu Händen deS gcsaminten Kreises dessen Willfährigkeit im Namen aller Orteverdankt und die Zusicherung für Untersuchung und Beseitigung der angedeuteten Ucbclständc gegeben. Zürichwird ersucht, seine Aufmerksamkeit bei gegenwärtigen Conjuncturen fernerhin dieser Angelegenheit zuzuwenden,und wo hie oder da etwas Anstößiges sich zeige, sofort in gemcineidgenösstschcm Namen nachdrückliche VorstellungS-schreiben zu erlassen. Basel stimmt bei und spricht die Hoffnung aus, man »verde auch ihm, wenn ihm künftig