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Märchen des Mittelalters
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den Patitschatantra-FalTungen ähnelt, während das 73. Dschataka (Dutoit, I, 304f., Lüders,310f., Winternitz, II, 104') und 369) die Erinnerung an die Flutfage deutlich bewahrt hat.Nodi nicht verzeichnet Icheinen weiter folgende Varianten zu fein: Katßäratnäfiara,II, 228f.,Nr. 200, H. Kingscote-NatesaSastri, 11 f. = J. Jacobs,/W/'a« Tairy Ta/es, London,1892, 70f. <243f.>, H. Stumme, ZDMG, XLVII1, 394f. <berberifch aus Marokko), v. Löwis,Tinn. Vorhin., 64f. Nr. 18, weiter II. Sachs bei Goetze-Drefcher, VI, 117f., Nr. 915 undCasalicchio, L' utife eofdofee, c. II, d. 5, a. 4 < 1708,269f.>. F.Rückerts Gedicht VonMenfSen-undankund der Tfiiere DanRßarfteit\x\ den Braßmamfden Erzäßfungen (Gef. Poet. Werüe,1868f., III, 252) beruht auf der Faffung des Kafifaß.

57. Kaifcr und Bärin. Nach einer Erzählung der englifdien Gesta Romanorum,in zwei Fällungen abgedruckt bei Sidney J. H. Herrtage, Tue Eariy Engfisß Versions, 327'f.

Nadi CatofRom, III, 215f. ift in die Gefchichte die Löwen-Epifode von dem Verfafferder englifchen Lateintexte der Gesta oder von einem fpätern Bearbeiter, wohl nach derErzählung von Androklus (Oelterley, Gesta, Nr. 104 etc.), eingefchoben worden, da fie fichnicht in fämtlichen Handfchriften findet.

Wie man fieht, unterfcheidet fidi diefe Erzählung, die in keiner kontinentalen Fafiungbekannt ift, wefentlich von den vielen Märchen von einer Liebesverbindung eines Mannesmit einem weiblichen Wefen, das nur zeitweife in Tiergeftalt auftritt (Benfey, 1, 261 f., E. Rohde,Kf. Sdr., II, 212f., A. Lang, Custom and Mytß, New ed., London, 1904, 76f.>, ebenfo fernficht fie aber auch den andern auf totemiftifcher Grundlage beruhenden Märchen <J. G. Frazer,Totemism andExogamy, II, 565f„ III, 60f„ 337f., Gofden Bougfi, IX, 130f.>. Hingegenzeigt fie, gerade fo wie die Märchen, die für den tierifdien Eheteil die Fähigkeit vorfehen,menfehliche Geftalt anzunehmen, die Beftrebungen einer fpätern Zeit als die hunting stage ofsociety, fich mit den Erzählungen von tier-menfehlichen Verbindungen auseinanderzufetzen,mit dem Unterfchiede jedoch, daß fie das neue Empfinden der Widernatürlidikeit zu demMotive einer Handlung macht, die vielleicht als Tragödie des einlt für ein gleichwertiges, jafür ein höheres Wefen gehaltenen Tiers bezeichnet werden kann.

Dies fcheint der Grund zu fein, daß die hierher gehörigen heutigen Volksmärchen derKulturvölker ziemlidi allgemein über die Trennung der ungleichen Gatten rafdi hinweggehen,um fich dem Sdiickfal des Sprößlings, des Bärenfohns zuzuwenden, der, feiner Abftammunggemäß, mit un- oder übermenfchlichen Kräften begabt ift. Leider hat lieh auch die Forfchungverleiten laffen, ähnliche Wege einzufdilagen: fo hat es Fr. Panzer in demÄ»cwtf// r betiteltenerften Bande feiner Studien zur germanifdien SagengefdiiSte (1910), der fich mit dem Bären-fohn-Märchen befaßt, und ebenfo J. A. MacCulloch, der in der CßifdfioodofTiction, London,1905, 253»278 den Beast-Marriages einen ganzen Abfchnitt widmet, für überflüffig gefunden,unfer Märchen oder ähnliche auch nur zu erwähnen. Aber auch W. Wundt, der in dem fünftenBande der Vöfüerpfydiofogie, 3. Aufl., 1923, 155f. das »mythologifche Tiermärchen« aus-führlich unterfucht, läßt in feiner reich gegliederten Darftellung keine Möglichkeit zu, Erzäh-lungen, wie die von dem Kaifer und der Bärin, einzufehalten. Auf der erften der drei Stufen,die Wundt unterfcheidet, find Menfdi und Tier einander gleichgeordnet, während die Märchender zweiten Stufe durch das Merkmal gekennzeichnet find, daß die Verwandlung von Tieren

i> Winternitz vergleicht zu cllefem Dsdiätaka das 482. und das 516., beide kehren bei Chavannes wieder<l, 220 f., Nr. 58, 178, Nr. 47>.

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