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Märchen des Mittelalters
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er ihn wieder, ob er noch etwas brauche, und er erhielt zur Antwort, er würde einen Herrnbrauchen, der ihm Lebensunterhalt und Kleidung gewährte. Auch das tat er ihm, und ergab ihm überdies eine Frau und Land und ein Haus, und er machte ihn zum Bürger unddann zum Ritter und zum Baron und weiter zum Grafen und fchließlich zum Könige/ dennin jenem Reiche gingen die Könige aus einer Wahl hervor, und auf den Rat jenes Reichenwurde er zum Könige gewählt. Dann fragte der Reiche den König, ob er noch etwasbrauche. Zuerft wollte ihm der König vor Hochmut gar nicht antworten, endlich aberantwortete er ihm auf fein Drängen: »Das Reich, das ich habe, genügt mir nicht, wenn, ich nicht alle Reiche habe und niemand meinesgleichen ift/ alle müßten mir gehorchen undmir untenan fein.«

Und der Reiche, der ihn als nackten Strolch aufgelefen hatte, antwortete ihm: »Weh,Elender, habe ich dich nicht als nackten Strolch aufgelefen und dir ein Wams gefchenkt?«Und er fügte das andere hinzu, wie es der Reihe nach gefchehen war. Und dann befahler allen, ihn zu verltoßen und ihm alles zu nehmen und ihn in die frühere Armut zurück'zuverfetzen, und fo gefchah es.

In einem Märchen aus Borneo <P. Hambruch, Mafaiifcße Märcßen, 121 f., Nr. 34) machtGott ein Stück Baumbaft zuerft zu einem Menfchen, dann gibt er ihm Reichtum und Macht,und fdiließlich verwandelt er ihn, als der Ungenügfame gar Gott fein will, wieder in das,was er urfprünglich gewefen iff. Hambruch verweilt auf das Grimmfche Märchen und meint,es werde fich vielleicht erweifen laffen, daß diefes »aus Indonefien über Holland zu unswanderte«/ aber das ilt wohl ein bißchen viel verlangt. Eher hätte man auf eine Herleitungaus einer altindifchen Sage gefaßt fein können, die fich an den fchon im Maßäßßärata, imVisnu * Puräna ufw. erwähnten! König Mandhatri knüpft <Dschataka 258 bei Dutoit, II,356f. und bei J. J.Meyer ■,Kdvyasamgraßa, 1903, 35f.,Chavannes, 1, 137f., Nr. 40, Schiefner-Ralfton, 1 f.), zumal da fchon Ralfton <XXXVI> auf die Verwandfchaft mit dem 19. Märchender Brüder Grimm aufmerfam gemadit hat. Die Mandhatri-Sage wieder könnte zu demTantalos-Mythos, allerdings nur in der von Athenaios gegebenen Fällung geftellt werden,die auch bei Bolte-Pob'vka zu unferer altfranzöfifchen Erzählung, freilich in lehr vorfichtigerWeife., angezogen wird.

46. Die verleumdete Jungfrau. Nach der Compifatio singufan's exempforum, 33 b.Siehe die Anmerkung zu unferer Nr. 19.

47. Placichis. Nach dem 192. Stück der Gefia Romanorum bei W. Dick, 187 f.<OefterIey, Nr. 110).

Die Literatur zur Euftachius-Legende ilt in den letzten jähren außerordentlich gewachfen/f. Z VV, XXVIII, 154f., ferner H. Günter, Buddßa in der aßendfändifdien Legende?, 1922,7-19 und palfim (zu dem 12. Dschataka wäre auf Chavannes, Nr. 18 und 175, zu dem 547.auf Chavannes, Nr. 500 und Nr. 6, ferner auf Sdiiefner-Ralfton, Nr. 16 zu verweifen). Vgl.weiter Chauvin, VI, 161, 164-168, CatofRom, III, 203, Nr. 30, bin Gorion, Born, 1, 181 f.,362, PärsvanStßacaritra bei Bloomfield, 63 f.

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Zu der dem Helden überladenen Entfdieidung, ob er in der Jugend oder im Alterleiden wolle, f. Köhler, II, 254f., Bolte-Polivka, II, 264, n. 1, weiter Swynnerton, 471, Pars*vanätßacaritra, 63, Hertel, Pafa undGöpäfa, 61, afQaCjüßi bei Refcher, 92f., ZW, XIX,154, bin Gorion, Born, 11,225,227,354f., Frobenius, Atfantis, III, 210, IV, 204 f., Kretfchmer,Neugriecßifdie Märcßen, 1 f., ZW, XIII, 409.

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