in der 18. der von Bruno Meißner herausgegebenen Neuaraßifißen die/Sichten aus dem Iraq,1903, 32 f. <hier ebenfalls die Befchreibung des Kamels) der Sachverftändige jedem Brudereinzeln, er fei der, der nicht erben werde, könne fich aber einen Anfpruch auf das Erbe fichern,wenn er fich dazu verliehe, feine Schwerter zu heiraten, und der Einwilligende gibt fich dadurchals Baftard zu erkennen. In einer ganzen Reihe von Verfionen aber ift es die im Deßameronund in den Canterßury Tafes wiederkehrende Erzählung von den drei Großmütigen 1 ), nachderen Vortrag der Miffetäter eine Probe feines Sittlichkeitsempfindens gibt und folchermaßenfeine Entdeckung herbeiführt. Hierher gehören vor allen — als eine Verfeinerung vonSußasaptati, fimpl. Nr. 52, orn. Nr. 60 — die Erzählungen in dem türkifchen und dem per-fifdien Tutinameß <Rofen, I, 243f„ ZDMG, XXI, 523f.) bei Hammer, Rofenöf, 1813, II,277 f., in John Malcolm's SßetaSes of Persia, Neudruck London, 1894, II, 164f. und beiF. J. Furnivall, Edm. Brock, and W. A. Cloufton, Originafs andAnafogues of some ofCßaucer's Canterßury Tafes, London, 1888, 297 f. <aus Birma), weiter die Nr. 82 desKatßäratnäkara, I, 233f., die Gefchichte der Vierzig Vezirebet Chauvin, VIII, 123f., eineAnzahl jüdifcher Märchen mit Salomo als Richter (vgl. J. Levi in der Mefußne, II, 542f.,Cloufton in den eben zitierten Originafs, 315f. und bin Gorion, Born, III, 97f., 295),W. Radioff, Proßen der Vofiisfitteratur der türßifcßen Stämme Siidßßiriens, Petersburg,1866f., III. 389f. und VI, II f. <famt der Befchrcibung des Kamels und den andern Scharffinns-proben), G. Jungbauer, MärSen aus Turßeftan, 19f. <ift zu dem oben zitierten Märchenaus den Tales of tße Sun von Kingscote und Natesa Sastri zu (teilen) und fchließlichJ. F. Campbell, Popufar Tafes of tße West Higßfands, new. ed., London, 1890, II, 24f.<dazu Köhler, I, 244f.).
Erwin Rohde will (Kfeine SSrifien, 1901, II, 147f.) nach Köhlers Abhandlung eineVerbindung zwilchen unferm Märdien und einem Apophthegma in der Vita Pytßagöricavon Jamblidios herftellen, das nach ihm von einem Richter, zwei Verdächtigen und einemÜbeltäter handeln würde/ dort aber <§ 124) wird nur erzählt:
Ein Pythagoräer, der in einer zeugenlofen Sache den Schiedsrichter machen foll, kommtmit den zwei Streitenden an einem Grabmal vorüber, und er fagt, der Mann, derda liege, fei von höchfter Rechtlichkeit gewefen. Der eine der Streitenden fpendet demToten ob feiner guten Handlungen Loblprüche/ der andere hingegen fragt: »Nun, ift erdadurdi reicher geworden?« Daraufhin gibt der Pythagoräer feinen Spruch gegen diefen ab.
Man fieht, der Grundgedanke ift da, freilich notdürftiger, als ihn Rohde konfluierenwill. Aber auch für den Zug der Feinfehmeckerei gibt es eine altgriechifche Parallele: in denVitae sopßistarum von Philoftratos <II, 1,7) wird von einem ftarken Hans erzählt, der esfofort erkennt, daß die ihm vorgefetzte Mildi von einem Weibe gemolken worden ift<R. Reitzenftein, Helfenift. Wundererz., 71/ Nachweife gibt wieder H. Lucas, ZW,XVII, 125).
Bei Sercambi ift derSdu'edsrichter »il Call signore del Mangi«. Daß Call Chalif bedeutenfoll, fdieint wohl ficher/ Mangi muß China fein, wie aus den zahlreichen Belegen bei JofephSimonius Assemanus, Bißfiotßeca orientafis Cfementino- Vaticana, t. III., p. II., Rom, 1728,509-512 hervorgeht.
>> Bis vor kurzem galt als ihre ältelrc Verlion die der Vetatapancaviipsatifia (Uhle, 56 f., 157 f.,Somadeva, II, 277 f., Fr. v. d. Leyen, 70 f., 151 f., Landau, Quellen, 93 f., 100f„ Lee, Decameron, 322f.>/ eineweit ältere aber findet fich fdion in dem mehrfach zitierten diinenTch-indifchen Traktat Kien tsa pi jü fing beiChavaniies, Actes, V, 13üf., Nr. 21 und 5oo Contes I, 388 f., Nr. 117 <vgl. Winternitz, III, 334, n. l.>
15
225