Sohn in geheim, daß, weil der König das Cahwae WafTers offt und allzuviel getruncken,dadurch auch alle Hoffnung zu einem Erben verlofchen were, fie umb Erben des Reichszuhaben, den Hoffbecker, der feine weiße Arme gehabt, zugelaffen hätte. Were derwegender Becker nicht gewefen, fo were er, jhr Sohn, auch nicht, rieht alfo, daß er den Poetenbefriedigte, damit es nicht ferner außkehme, welches auch gefchehen.
Einen Auszug diefer Schnurre bringt das Af-Koranum Maßumedanum, Nürnberg,1659, 708, beginnt aber fo: »Daß nun die Peruaner viel auf die Poeterey halten, mag unterandern hieraus erhellen, daß ein guter Poet dem Monarchen ein fchön Gedicht gebracht, undkein andere Recompens davon getragen als belfere Portion an der Taffei, fonderlich an Brod.«Woher diefe Änderung (tammt, ergibt fich aus dem Schlußfatze: »Es fleht vom Keyfer Auguftoein nicht viel ungleiche Gefchicht, berührt aber feiner Mutter Keufchheit keines Wegs.« Eineder Ehre der Frau Attia nicht nahe tretende Verfion diefer Überlieferung habe ich nun nur indem von einem Anonymus flammenden Democritus ridens, Amfterdam, 1649, 16 gefunden,die denn auch dem Verfaffer des Af-Koranum vorgefchwebt haben mag/ alle andern, die,wie jedenfalls auch die gemilderte des Democritus ridens, auf das 10. Kapitel der Vita Virgifiides Donatus zurückgehen, muten ihr den Ehebruch mit einem Bäcker zu. Nach Dom. Com-paretti, Virgifio nef medio evo, 2. 3 ed., Florenz, 1896, II, 152f. wäre diefe Erzählung erlt im15. Jahrhundert aufVirgil übertragen und in feinefogenannteBiographie eingefdioben worden/zurück geht fie jedenfalls auf eine Parallele in einer der NovetTe antiSe, die in verfchiedenenFalfungen vorliegt (Gualteruzzi, Nr. 3, Borghini, Nr. 2, Papanti, Nr. 10 = Biagi, Nr. 143/vgl. D'Ancona, Studf, II, 88f.) und deren Held noch bei dem hl. Bernhardin von Siena,Serapßin guadragesimaie, sermo 15 {Opera omnia, Lyon, 1650, III, 210) ein ungenannterWeifer ift. In all diefen Verfionen, die fämtlich mit der Feftftellung fchließen, daß der Fürftein Bäckersfohn ift (vgl. auch noch Noel du Fail, Contes et discours, chap. 21 in Oeuvresface' treuses, Paris, 1874, II, l58f.>, gibt der Weife vorher zwei andere Scharffinnsproben:er erkennt, daß ein Pferd mit Efelsmilch aufgezogen ift (bei dem hl. Bernhardin ift es ver-dorbenerweife der Sohn eines Efels) und daß in einem Edelltein ein Wurm fteckt. Diefezwei Züge finden fich, aber jeder für fich und in anderm Zufammenhange, auch in indifchen,dfchainiftifchen Werken, die freilich Jüngern Datums find: der eine in dem Uttamacaritra-katßänaka (f. A. Webers Überfetzung in den Sitzungsßer. d. Aßad. d. Wijf. in ßerfin,XVII, 1884, 288/ t auch 308), der zweite - allerdings handelt es fich hier um eine Perle,in der ein winziger Frofch fitzt — in Caritrasundaras Maßlpäfacaritra (f. Hertel, Päfaund Göpäfa, 74>. In dem 247. des Lißro de Cos enxempfos {Escritores ant. afsigfo XV,508f.) wird zwar der Fürft — hier ift es el soldan di Babilonia —, als er (ich über das Infektin dem Edelftein wundert, belehrt, daß man bei Pifa in einem großen Steine einen Frofchgefunden habe, trotzdem aber fcheint der Urfprung diefer ebenfo wie der italienifchenSchwefter-erzählungen arabifch zu fein. Übrigens könnten die Nrn. 10, 104 und 118 des fpanifchenExempelbuches zu der dritten Scharffinnsprobe des Weifen herangezogen werden.
Zu den Hamlet-Erzählungen vgl. außer Chauvin, VII, 161, Bolte a. a. O., 202 undv. d. Leyen, D. M. i. d. Götter/., 78 f. jetzt noch P. Herrmann, Die Hefdenf. des SaxoGr., 265f.
Kehren wir zu unferm Märchen zurück, wo fich, wie in fo vielen andern, nach denScharffinnsproben in der Gegenwart des Schiedsrichters der Schlechte verrät, indem er unbe-dachterweife feinen Charakter enthüllt. Während fich in der Fafiung Sercambis die dreiBrüder erklären follen, wie fie fich in einem konftruierten Falle verhalten würden, verkündet
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