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Märchen des Mittelalters
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helfen wäre und was man aufteilen müßte, damit ein Brunnen wieder Waffer gebe. Aufdiefe Art wird er reich/ den Heiden aber, der ihm nachahmen will, töten die Teufel.Die Frage, die fich hier wohl jedermann unwillkürlich ftellt, ilt: Hat diefer jüdifdieApolog nicht etwa, wie fo viele andere, eine ärabifche Parallele? Prüfen wir, was von deralten arabilchen Literatur zugänglich iß.

Chriftianfen kennt nur zwei alte ärabifche Aufzeichnungen ähnlicher Märchen: dieeine, in den fchon erwähnten TaHißat al' doufafä' von ibn 'Arablchah bietet aber nur deneinen Zug, daß ein Geblendeter durch Belaufchung zweier Genien erfährt, wie er fein Gefichtwieder bekommen kann/ die andere ilt die Gefchichte von Abo Nijje und Abu Nijjatein inlool Nucßt <Chauvin, V, 11-13), die von den allgemein in Betracht kommenden Motivennur die Belaufchung, die Heilung der Prinzeffin und die mißglückte Nachahmung enthält,während die Blendung fehlt. Diefe Gefchichte aber, die, freilich mit ganz anderm Eingang,die wefentlichen Züge der hebräifchen Erzählung enthält, findet fich erft in ganz jungenManufkripten von lool Nacßt/ dasfelbe gilt von der bei Chauvin unmittelbar nach ihrbehandelten von Muhfin und Mufi, die Chriftianfen, obwohl in ihr auch der Zug der Blendungvorkommt, merkwürdigerweife nicht erwähnt. Noch fonderbarer aber ilt, daß Chriftianfenauch an dem dritten der von Chauvin zu einer Gruppe zufammengefaßten Märchen vorüber-geht, das fchon in der älteften erreichbaren Geftalt der lool NaSt, nämlich in jener vonGalland benützten, dem 14. Jahrhundert entftammenden Handfchrift begegnet/ dies ilt die ,Gefchichte von dem Neider und dem Beneideten <Henning, VII, 160f./ Littmann, I, 151 f.),die, in einigen Zügen zu der von Aba Nijje und Abu Nijjatein ftimmend, von einer Beftrafungdes Böfen <des Neiders) überhaupt abfieht, alfo auch nicht zu der hebräifchen Erzählunggeftellt werden kann.

Das obenerwähnte Märchen aus PQrnabhadras 1199 vollendeten Pancäkhyänaüa vondem belaufchten Gefpräche einer in dem Leib eines Menfchen Reckenden Schlange mit einerandern, das im Katßäratnäbara <I, 69f.), im PancaRbyänavärttitia <übers. v. Hertel, 1923,11 f.) und in Nirmala Pathakas Pancöpäfifiyäna <Hertel, Paiicatantra, 278) wiederkehrtund heute noch in Indien erzählt wird <M. Frere, OfdDeccan Days, 2 ni ed., London,1870,120f./ A. Dracott, Simfa VilTage Tafes, London, 1906,121 f.), ift in einer fchier unglaub-lich kurzen Zeit nach Europa gewandert/ kaum zweihundert Jahre fpätcr erfcheint es beiSercambi <Renier, 303f., Nr. 86/ (eider nur als Fragment erhalten), wo es fich allerdingsum Fröfche handelt, deren einer in dem Leib der Prinzeffin fteckt <f. Köhler, 11,610). [Infeinem Buche Primitive Gemeinfdjaftsßuftur, 1921, 63f., vergleicht Hans Naumann diefesMärchen, das er allerdings nur in der Falfung des Pancäfifiyänavärttifia kennt <nach HertelsÜberfetzung in den Indifdien MärSen, 293f.>, mit der auf Aimoin und Paulus Diaconuszurückgehenden Sage von König Guntram, die die Brüder Grimm in ihre Sammlung auf-genommen haben <Nr. 433), und kommt nach einer komplizierten Unterfuchung zu demSchlufle, zwifchen den hier wie dort entftandenen Motivketten beftehe kein direkter Zu-fammenhang. Die Unterfuchung, auf die Naumann übrigens noch in den Grundzügen derdeutf&en Vofäsbunde, 1922,147 zu fprechen kommt, wäre erheblich intereffanter geworden,wenn er, von andern europäifchen Erzählungen abgefehen, das bachtijarifche Märdien beiLorimer, 311 f. (Tße Story of tfie Sfiepßerd wfio Tound a Treasure) zur Vergleichungherangezogen hätte.] Im übrigen ift das Motiv der Belaufchung, das Chriftianfen fonft nurnoch aus der Gefchichte der tugendhaften Kirtifena bei Somadeva kennt (ed. Tawney,I, 260f.), in Indien weit und fehr früh verbreitet/ Maurice Bloomfield hat im American

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