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Märchen des Mittelalters
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ihm die Beute hin, die fie gemacht und mitgebracht hatte, und er fdilug Feuerund bereitete ficfi die Speife und aß,- und als er gegeflen hatte, legten fie fidizufammen nieder. Und der Kaifer erkannte die Bärin fleifchlich, und fie gebarihm einen Sohn, der ihm glich. Dann wäre er gern geflohen, wagte es abernicht um der Bärin willen. Und wieder erkannte er fie, und fie gebar ihm denzweiten Sohn, und auch der war feinesgleichen. Und zum dritten Male erkannteer fie, und nun gebar fie eine Tochter,- die aber glich der Mutter, und als dasder Kaifer fah, wurde er gar traurig.

Eines Tages aber, als die Bärin auf ihrem Beutezuge weit weg gegangenwar, nahm der Kaifer die zwei Söhnchen, die er von ihr hatte, und entflohmit ihnen/ und auf der Flucht traf er den Löwen, den er einft geheilt hatte,und der führte ihn aus dem Walde. Und als die Bärin bei ihrer Heimkehr denKaifer nicht vorfand, machte fie fich mit ihrer Tochter auf den Weg und liefihm, was fie nur konnte, nach. Da fie aber dann bei ihm den Löwen fah, foerfchrak fie und getraute fich nicht näher heran, und fie nahm ihre Tochter undriß fie in Stücke, und dann lief fie zurück.

Und der Kaifer war von Herzen froh, als er mit der Hilfe des Löwenaus dem Walde gekommen war, und der Löwe verließ ihn, und er begab fichmit feinen zwei Söhnchen in fein Schloß/und dieHerzogeunddie Herren und dieWeifen,dieihn feit drei Jahren nicht gefehen hatten, waren von Herzen froh. Unddie Söhne wurden, als fie zu den Jahren gelangt waren, zu Rittern gefchlagen,und fie wurden weidliche Krieger und zogen in manches fremde Land undgewannen viel Guts mit der Kraft ihres Schwertes/ und fchließlich endeten fieihr Leben in Frieden. Und fie ftarben beide an Einem Tage, und fie wurdenin Einem Grabe beftattet/ und auf den Grabftein wurde gefchrieben: Hier liegender Bärin zwei Söhne, in Furcht erzeugt von dem Kaifer.

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