Tagte: »Gib ihm Brot und ein Stück Fleifch.« Nach dem Elfen entfernten fichdie Freunde,- Mados aber blieb. Darob ärgerte fich Adrian und fagte zu einemDiener: »Frag ihn, was fein Tages verdien ft ift.« Der antwortete: »ZwölfHeller, wenn ich zweimal in den Wald gehen kann.« Nun fagte Adrian: »Gibihm achtzehn.« Mados aber trat heran zu ihm, begann zu weinen und fagte:»Ich und mein Efel haben uns Euertwegen gerackert, und nun gebt Ihr mir fowenig? Ihr begeht eine große Sünde.« Adrian fagte: »Nicht um meinetwillenhabt Ihr Euch fo geplagt, fondern wegen der andern, die Ihr herauszogt,-übrigens, fo viel, wie die, werde ich Euch auch geben.«
So ging denn Mados, und zu Haufe wurde er von feiner Frau übelempfangen und durch Keifen gequält: »Warum kommft du fo fpät? Wiefo hatder Efel die Bruft fo zerfchunden?« Und weinend erzählte er ihr als ein-fältiger Menfch die ganze Gefchichte und wie fchlecht ihm der Reiche feinenDienlt gelohnt hatte,- und er gab ihr das Geld. Nun tröftete fie ihn mitleidigund vermaledeite den Reichen. Am nächften Morgen konnte Mados vorMattigkeit nidit aufftehen und der Efel auch nicht, und das dauerte viele Tage.Endlich aber wieder zu Kräften gelangt, ging er wieder feiner gewohntenBefchäftigung nach und verdiente das Brot für feine vier Kinder.
So war er wieder einmal im Walde,- den Efel ließ er weiden, indeffen erfich nach Holz umfah, das ihm dann der Efel heimtragen follte. Von ungefährblickte er zurück/ da fah er, wie ein Affe den Efel an der Halfter hielt undlief, fo daß der Efel, der fchrie, mit ihm laufen mußte. Dann blieb der Affemit dem Efel ftehn, rief Mados, mit den Lippen fchnalzend, herbei, und wiesihm eine Menge Holz, das zum Wegfehaffen bereit lag, und dann begann erihm beim Aufladen zu helfen. Und einen Tag um den andern bereitete derAffe Holz vor, (o daß Mados dreimal, ja viermal des Tages in den Waldgehen konnte und oft bis zu drei Grofchen verdiente, und endlich merkte er,daß der Affe derfelbe war, den er aus der Grube gezogen hatte. Eines Tagesaber kam im Walde ein Löwe auf ihn zu, und da ftieg er vor Furcht auf einenBaum,- der Löwe jedoch nahm den Efel und führte ihn in ein Tal. Langfamftieg Mados herunter und ging ihnen nach in der Meinung, der Löwe habeden Efel zerrilfen, aber der Löwe hielt den Efel ganz fanft feft, und nebenihnen lag ein toter Hirfch, und nun kam Mados nach dem Beifpiele des Affenauf den Gedanken: »Am Ende ift das der Löwe, den ich herausgezogenhabe.« Und den Hirfdi, der feift war, fchaffte er auf dem Efel heim und hiebihn als einfältiger Menfdi mit dem Beile in Stücke, mit dem Fleifch auch dasFell zerteilend. Und fo brachte ihm der Löwe Hirfche und Eber und der AffeHolz. Da gefdiah es, daß die Schlange einen koftbaren Stein vor ihn hinlegte
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