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Märchen des Mittelalters
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39.DIE VIER GROSCHEN DES SCHMIEDS.

ZU DER ZEIT KAISER FRIEDRICHS WAR EIN SCHMIED,der arbeitete allwege in feinem Handwerk und kümmerte fidi um keinenSonntag und um keine Oftern und um kein andres Feit, wie groß es audi feinmochte/ und alltäglich arbeitete er nur fo lange, bis et vier Grofchen verdienthatte, und dann rührte er an diefem Tage nichts mehr an: es gab keinen nochfo großen Auftrag, kein noch fo großes Gefchäft, keinen noch fo großen Gewinn,daß er, wann er einmal vier Grofchen verdient hatte, noch einen Hammerfchlaggetan hätte.

Nun gefchah es, daß dem Kaiferhinterbrachtwurde,wieder SchmiedTagumTag arbeite, zu Oftern und Sonntags und an den andern Feiten gerade fo wiean den Werktagen. Dies gehört, ließ ihn der Kaifer holen, und er fragte ihn,ob das wahr fei, was man von ihm erzähle, und der Schmied geltend alles ein.Und der Kaifer fagte zu ihm: »Was ift denn der Grund, daß du fo ruft?«»Herr, ich habe es mir aus freiem Entfchluffe vorgefetzt, mein ganzes Lebelangfo zu tun, daß ich alltäglich vier Grofchen verdiene, und den Reit des Tagesnichts mehr zu arbeiten.« »Und was machft du mit diefen vier Grofchen?« »Herr, zwölf Kreuzer gebe ich zurück, zwölf verfchenke ich, zwölf werfeich weg, und zwölf verwende ich.« «Wiefo denn?« fragte der Kaifer. Undder Schmied antwortete: »Herr, zwölf Kreuzer verfchenke ich um Gottes willen.Die andern zwölf Kreuzer gebe ich meinem Vater zu feinem Unterhalt, weiler fo alt ift, daß er nichts mehr verdienen kann/ er hat fie mir geborgt, als ichnoch jung war und noch nichts verdienen konnte. Die dritten zwölf werfe ichweg: ich gebe fie nämlich meinem Weibe, und weggeworfen fcheinen fie mir,weil fie nichts andres zu tun weiß als eilen und trinken. Und die letzten zwölfKreuzer verwende ich für meine Bedürfniffe.«

Da wußte der Kaifer nicht was fagen, und in feinem Herzen fagte er:»Trüge ich ihm auf, anders zu tun, fo würde ich ihm Sorgen machen und ihnirren/ immerhin will ich ihm ein großes Verbot auferlegen, und beobachtet eres nicht, fo lade ich ihn dann auf einmal für alles zahlen, was er bis dahin gegendie Gebote Gottes und mein Gefetz getan hat.« Und fo rief er den Schmiedund fagte: »Geh mit Gott, und ich befehle dir bei der Strafe von hundert Pfund,

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