langem Zufammenfein verftoßen und fich an jüngere gemacht. Der jüngere Rabeaber hat die von dem andern Verlaffene zu fich genommen und fie bishergenährt und gefchützt, und nun will fie der Alte, der fie ohne ihre Schuld hilflosverftoßen hat, wieder zurückhaben, weil er eine jüngere Räbin nicht findenkann, und er trachtet fie ihrem Belchützcr zu entführen. Und weil fie der jungenicht laffen will, fo folgen fie dir alle drei, auf daß du das Urteil fprechelt,wem die Räbin angehören foll.« Und der König gab, nachdem er fich Ratserholt und die Raben entboten hatte, den Spruch ab, die Räbin fei des jungenund nicht des alten/ und der alte Rabe machte fich davon, und die Räbin bliebbei dem jungen. Und dem Jüngling wurde die Tochter des Königs vermählt,und er machte den Ritter, feinen ehemaligen Herrn, zu feinem Haushofmeifter.Zu folchen Ehren alfo war er erhöht worden, als er eines Tages bei einemMorgenritt durch Meffina feinen Vater und feine Mutter in gar armfeligerKleidung vor der Tür eines Spittels fitzen fah. Unerkannt von ihnen, die erfehr wohl erkannte, ftieg er vom Pferde und ließ fich Speifen holen, um beiihnen zu effen. Und fie brachten ihm Waffer zum Händewafdhen, und nachdemer das Waffer von Vater und Mutter empfangen hatte, fagte er, während fiebei Tilche faßen, zu feinem Vater: »Welche Strafe verdient wohl ein Vater, dereinen Sohn wie mich getötet hat?« Und der Vater: »Für ein fo ungeheuerlichesVerbrechen könnten die Strafen nicht genug vervielfältigt werden.« Darauf fagteder Jüngling: »Ihr feid jener, der mich ob der Erklärung der Vogelftimmen insMeer geworfen hat/ ich aber will Euch keineswegs Böfes mit Böfem vergelten,da es ja Gott fo verordnet hat.«
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