auf, und wenn Ihr mir einen Lohn zahlt, fo bin ich einverftanden.« Turm botihm hundert Gulden, und Horchauf ging mit ihnen.
Wieder nach einem Weilchen trafen fie einen, der ftand da mit gefpannterArmbruft und den Bolzen aufgelegt, und Turm fragte ihn, was er mache.»Ich will mir einen Vogel zum Frühftüdc fchießen.« — »Wie wolltclt du dennhier einen bekommen, wo kein Baum ift, daß die Vögel auffitzen könnten?« —»Wenn du warten willft, fo wirft du fehen,was du nicht glaubft.« Und als danneine Schwalbe hoch in der Luft dahinflog,'fchoß fie der Mann, fo daß fie Turmzu Füßen fiel. Der meinte, da er diefe Gefchicklichkeit fah, daß auch diefer einguter Gefeil wäre, fragte ihn um den Namen und bot ihm, wenn er mitgehenwolle, hundert Gulden, und der Mann fagte, er heiße Gradaus und er gehemit, und nahm die hundert Gulden, und fo zogen fie weiter.
Sie waren nur noch eine Tagereife von Paris, da trafen fie einen, der faßvor einem Mühlwerk ohne Wafferrad und ohne Windflügel. Turm fagte:»Was macht der nur?« Und fie gingen hin und fragten ihn. Er antwortete:»Idi mahle Korn mit meinem Blafen.« Turm fagte: »Damußt du einen gutenAtem haben.« Der Mann fagte: »Ihr folltEuch überzeugen.« Und er fchüttetedrei Scheffel Korn in den Rumpf und blies den Mühlftein an, und der begannfich zu drehen und drehte fich, bis die drei Scheffel Korn gemahlen waren.Turm fragte ihn, ob er für hundert Gulden mitgehen wolle und wie er heiße.Der Mann antwortete: »Ich bin der Feger und bin mit den hundert Guldenzufrieden.« Turm gab fie ihm, und auch der Feger ging mit.
Als fich nun der Herr vom Turm mit feinen Gefeilen der Stadt Parisnäherte, hörte er fagen, König Philipp habe eine Tochter, Drufiana mit Namen,eine mannbare Jungfrau, und es fei feftgefetzt, wer fie im Wettlaufe befiege, dertolle fie zur Gattin erhalten, und wer verliere, muffe fterben/ viele hätten esIchon gewagt, aber allcfamt feien fie hingerichtet worden, weil ihnen die Jung»frau vorgekommen fei. Dies gehört, nahm Turm Rundum beifeite und fragteihn, ob er mit Drufiana laufen und ihr die Stirn bieten wolle. Rundum fagte:*Herr, zweifelt nicht daran, ich werde ihr obfiegen, auch wenn fie flöge, undIhr werdet Euern Willen an ihr haben.« Dem Herrn vom Turm gefiel dieIchöne Rede und das Angebot Rundums, und zu den andern drei gewandt,lagte er: »Und was meint ihr?« Der Feger fagte: »Herr, da du einmal KönigPhilipps Tochter, die fchöne Läuferin, haben willft, fo fage ich dir wahrhaftig,ich verfpreche dir, daß ich fie, wenn Rundum fie nicht erlaufen könnte, mitmeinem Blafen zurückhalten würde, fo daß er leicht vor ihr ans Ziel kommenwird, und fo wirft du Drufiana bekommen.« Der HerrvomTurm fagte befriedigt:»Nun, und ihr zwei, was fagt ihr?« Da fagten Horchauf und Gradaus, fie
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