geht es denn meinen Rindern und meinen Schafen?« — »Gut, Herr und König,alles ift wohl.« — »Und wie geht es denn meinem einzigen Tiere, meinem Stiermit den goldenen Hörnern?« — »Viel anders, Herr,als dir lieb wäre oder mirElendem frommte oder als ich zu geftehen wagte/ trotzdem will ich die Wahr»heit lagen und nidit lügen, und wenn fchon nicht in meinem Handeln, fo wirddoch wenigftens in meiner Rede kein Tadel fein. Vernimm alfo die Wahrheitund vergib die Miffetat.« Und er wies mit dem Finger auf jenen Statthalterund fagte: »Herr, vor ein paar Tagen ift die Gattin diefes Statthalters zu mirgekommen, hat mich mit Trügerei verführt, und ich tat ihr ihren Willen/ dannIchredue fie midi mit der Drohung, fie werde mich bei ihrem Herrn anklagen,wenn ich ihr nicht die goldenen Hörner gäbe. Und in der Furcht, Herr, vorder Bosheit des fchändlichen Statthalters, gab ich ihr die goldenen HörnerdeinesStiers. Und ich weiß, daß ich den Tod verdiene, aber ich befchwöre dich, o Herr,fei gnädig und vergib mir meine Miffetat nach der Menge deiner Barmherzig»keit'M«
Wozu noch viel Worte? Maurus hatte nicht gelogen, und fo maß ihmder König keine Schuld bei, weil kein Falfch erfunden worden war in feinemMunde 1 ). Der Statthalter wurde am Haupte geftraft/ Maurus aber wurdezur Stunde und fortan und bis in alle Ewigkeit groß und berühmt in dem Haufe
des Königs.
'> Pfnfm lo5, 45. -> Petrus 2, 12.
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