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Märchen des Mittelalters
Entstehung
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feines Tuns in ausfehweifende Dichtung und rettete die Frau, die er fdiier fdionverdorben gehabt hatte. Ins Verderben aber brachte er faft feinen Gefeilen,und der wäre auch verdorben gewefen, hätte er nicht eidlich gelobt, er werdealler Mißgunft gegen ihn und allen Grolls auf feine Gattin entfagen.

Die Frau aber gab fich damit nicht zufrieden, fondern erfann nach derVerformung neue Pläne des Ehebruchs. Auf ihren Rat kaufte ihr Geliebterdas Haus neben dem, wo fie wohnte, und grub einen unterirdifchen Gang vondem einen in das andere, fo daß er frei hinundhergehen konnte, fooft erwollte. Da ihr aber auch das noch nicht genügte, fchlug fie ihm Ehe und Hochzeitvor, und das legte fie ihm fo dar: »Mein Herr ift dein Gelell. Sag ihm, ausdeiner Heimat fei ein Mädchen gekommen, und die wolleft du zur Fraunehmen, und es fei euere Sitte und farazenifches Gefetz, daß eine Frau rechts-gültig nur aus den Händen eines Mannes genommen werden könne,- und dadu in diefer Stadt keinen Freund habeft, fo möchteft du fie aus feiner Handempfangen. Wenn er dann mich fieht, wird er meinen, ich fei feine Frau, undwird ftutzig werden. Und er wird in fein Haus hinübeflaufen, um fidi zu über-zeugen, ob ich es bin, und idi werde früher als er im Schlafgemadi fein. Dawird er glauben, er habe fich getäufnit, und wird zu dir zurückkommen/ undich werde fthon vor ihm wieder zur Stelle fein, und er wird mich dir vor allen,

die dafein werden, zur Gattin geben.« Und fo ift es auch gefchehen.

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