— 212 —Aus allen diesen Gesetzen ergibt es sich klar und dent-lich, daß die zweite Nationalversammlung die ersten Schritteu einer Revolutionsregierung wachte. Und das war sehrnatürlich. Man hat längst die Bemerkung gemacht, daßschwache Geschöpfe weit boshafter sind, als stärkere.Jahrlich; es lohnt der Mühe, die Namen dieser Ge-setzgeber auf die Nachwelt zu bringen. Unsere spätesten En-kel werden das Verzeichniß derselben durchl.=sen und sagen:„Das sind also jene Senatoren, das sind jene Stellvertre-er von 2; Millionen Menschen, welche unter ihren Augen,vier Tage und Nächte hindurch, mehrere Hunderte von Ge-fangenen ermorden ließen.“ Es giebt Thiere, z. B. dieHunde, welche auf das Nothgeschrei eines ihres Gleichenalsbald herzu eilen und ihm zu helfen suchen. Die Mit-glieder der zweiten Legislatur hingegen blieben kalt undgefühllos, wenn sie beim Nachhausegehen, vor den Gefängnissen vorüber kamen, in welchen gemordet wurde; ohneeine Regung des Mitl ids überschritten sie die Blutbäche,welche auf ihrem Wege rieselten. Mit eben der empören-den Gleichgültigkeit kehrten sie in ihren Versammlungs-saal zurück, nahmen die Verhandlungen des vorigen Tageswieder auf, und sprachen auch nicht ein einziges Wortvon dem haarsträubenden Schauspiel, dessen Zeugen sie ge-wesen waren. Es waren die nämlichen Männer, welche 20Tage vorher, den regierenden Herrscherstamm des Thronesverlustig erklärt hatten; und jetzt waren sie nicht einmalmächtig genug, eine Hand voll Bösewichte im Zaum zuhalten, welche die Gefängnisse, vermittelst ihrer Säbel undBajonette, ausleerten. Es leidet gar keinen Zweifel; dergesetzgebende Körper war, wo nicht Urheber dieser Mord-thaten, doch wenigstens Mitschuldiger an denselben. Die
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