175fängniß von Roanne führen.“ Sobald sie die untersteStufe der Treppe erreicht hatten, auf welcher man zumSchloß emporsteigt, sprang einer von den Gefangenen inden Fluß und rettete sich durch Schwimmen. In demsel-ben Augenblick ward ein anderer zu Boden geschlagen. Mitden noch übrigen fünfen wurde der Zug nach dem Gefäng-niß von Roanne fortgesetzt.Unterwegs besann man sich aber eines andern. DieUnglücklichen wurden in ziemlich gleichen Zwischenräumen,getödtet. Einer von ihnen hatte schon mehrere Säbelhiebebekommen, als er durch eins von den Gewölben, welche zumFluß führen, entwischte und sich in die Rhone stürzte. Ei-nige Mörder sprangen ihm nach und tödteten ihn vollendsim Wasser. Darauf schnitten sie den andern die Köpfe ab,und trugen sie auf Pieken durch die Straßen.Kein Widerstand wurde diesen Freveln entgegengesetzt.Die guten Bürger waren bestürzt und seufzten über dieseGräuel. Ihre Furcht vermehrte sich, als die Mörderbandeum neun Uhr des Abends, sich zum zweitenmal, und zwarauf dem Platz Des=Terraux versammelte. Hier wurden siedaran erinnert, daß der Gefangenen in Pierre=Encise achtgewesen wären, daß sie sechs davon getödtet hätten undeiner sich gerettet habe; daß folglich noch einer übrig seynmüsse. Sogleich ward beschlossen, in das Fort zurück zukehren und die strengste Nachsuchung zu halten. Leider! san-den sie auch den achten; er hatte sich in einen finstern Win-kel verkrochen. Man führte ihn bis auf den Platz Des-Terraux und sagte ihm, er solle vor den Bürgerrath ge-bracht werden. Kaum war er aber in das Gemeindehausbetreten, als man ihm einen Säbel in den Unterleib stieß.12*
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