Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125heit zu, als es wirklich besaß. Man hoffte, es werde beifünf oder sechstausend, unter seinen Augen verübten Norden keinmüßiger Zuschauer bleiben. Man vermuthete, es werdeselbst in Masse mitzugreifen, und, nach Auslerung der Ge-fängnisse in den Privathäusern das blutige Schauspiel wie-derholen. Jedoch wollte es nicht gelingen, das Volk bisauf diesen Gipfel zu treiben. Man thut demnach Unrecht,wenn man die Bewohner von Paris, wegen der Gräuelim Sept. 1792, brandmarkt; sie verdienen weit eher Lob-sprüche. Sie weigerten sich standhaft, ihre Hände in dasBlut derjenigen zu tauchen, welche eine Baude von Nichts-würdigen für verdächtig erklärt hatte. Und setzte das Volkden, in seiner Gegenwart begangenen Mordthaten keineSchranken, so lag es nur daran, weil es seine Stellver-treter seine Obrigkeit und den Generalstab seiner bewaffnetenMacht auch nicht den kleinsten Schritt thun sah, um die-ser Menschenschlachterei ein Ende zu machen. Es mußtenothwendig glauben, die Septembermorde seyen eine Hand-lung der Gerechtigkeit, aber freilich von einer ganz neuenArt.Am 29. August ließ Danton drei seiner Schutzge-nossen aus der Conciergerie in Freiheit setzen. Einer vonihnen war ein berühmter Beutelschneider. Der Ministerder Gerechtigkeit pflegte zu sagen:In einer Revo-lution ist Beutelschneiderei und Dieberei eine wahre Klei-nigkeit, ein Lumpending.Marat besuchte am 30. August das Hotel=de=la-force; er gab vor, er wolle einen seiner Freundeüberraschen.Marat hatte mehreren, nachmals ermordeten Personenversprochen, sie sollten in zwei Tagen aus dem Gefängnisse