Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
85
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85Nachrichten, sondern auch durch das strafbare Schweigender Nationalversammlung und aller Minister berechtigt wa-ren. Vorzüglich hat uns das hinterlistige und grausameBetragen des Pariser Stadtrathes zu einer Menge unwill-kührlicher Irrthümer verleitet. Man wird fragen: wozunutzt es, diese Gräuelßenen wieder aufzufrischen? Wozu?Damit das Volk nicht wieder in die nämlichen Fallstrickegerathe; damit es in Zukunft auf der Hut sey und sichnicht wieder von seinen Vorgesetzten betriegen lasse, wie esin jenen Tagen des Blutes und des Mordes geschehen istHätte die gesetzgebende Versammlung nicht die Gräueltha-ten zu Avignon als eine gerechte Volksrache angesehen;hätte man zur damaligen Zeit diese Abscheulichkeiten gehörigtergliedert; hätte man nicht eine allgemeine Amnestie be-kannt gemacht: so würde es ungleich schwerer gewesen seyn,die Einwohner von Paris am 2. und 3. Sept. so fürchter-lich zu betriegen. Aber, möchte man weiter sagen, in einergroßen Revolution folgen die Ereignisse mit Blitzesschnelleauf einander; sie sind unvermeidlich; man muß einenSchleier darüber herwerfen. Ja, wenn von einem allge-meinen Volksaufstand die Rede ist, wie bei Stürmung derBastille am 14. Juli; oder von einem Gefecht, wie derenleider! eines am 10. August Statt fand. Wenn hingegeneine kleine Anzahl von Individuen es auf sich genommenhat, im Namen einer ganzen Nation, Hunderte von Bür-gern hinzuschlachten; wenn die obrigkeitlichen Personen undselbst die Gesetzgeber fast völlig müßige Zuschauer dieserGräuel geblieben sind; wenn sie nichts thaten um jenenBluthunden Ziel und Schranken zu setzen: dann ist esnicht Zeit zu schweigen; dann darf man keinen Schleierüber die Vergangenheit werfen. Vielmehr ist es die Pflicht