82Raubzier nach ihrem Busen fuhr; rang eine Zeitlang mitdem Diebe und stieß ihm endlich ein Messer in den Leib,welches sie mit vieler Geschicklichkeit und Geistesgegenwartin der Bude des benachbarten Krämers erfaßt hatte. DerElende sank leblos zu den Füßen der Heldin nieder-Eine Lehre und Warnung für nachlässige, oder übel-gesinnte Obrigkeit!Mordthat zu Caen, den 12. Sept. 1792.Bayeux, Generalprokurator des Departements Calva-dos, war unvorsichtig genug, zuweilen Abneigung gegen denRepublikanism und Vorliebe für den Royalism zu äußern.Vielleicht lebte er noch, wenn er nie aus seinem Studier-zimmer hervorgekommen wäre. Dort war sein eigentlicherPlatz. Als Gelehrter von Profession, war er nicht dazugemacht, eine Rolle in einer stürmischen Revolution mitGlück zu spielen. Die Fasten des Ovids schickten sich besserfür ihn, und hatten ihm mehr Ehre gebracht, als er aufdem Schauplatz der Demokratie einzuerndten hoffen durfte.Seine Feinde verklagten ihn bei der Nationalversammlung;ihre Klage ward vom Bischof Fauchet unterstützt; und erzum Gefängniß auf der Feſtung verurtheilt. Seine Gattineilt nach Paris; führt seine Sache mit großem Nachdruck;überzeugt den Abbé Fauchet selbst von der Unschuld ih-res Mannes — er war eines Briefwechsels mit den Aus-gewanderten angeklagt — und bewirkt seine Wiedereinsetzungin das vor bekleidete Amt. Die Munizipalität kann seineFreilassung nicht verweigern, ärgert sich aber, daß dieserRaub ihr entgehen solle. Sie giebt sich deswegen das An-
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