81 —Vier Spitzbuben werden vom Volke getödtet;einen davon erlegt ein Frauenzimmer. ZuParis, am 12. Sept. 1792.Auf Einladung des Vaterlandes brachten die Bürger bei-derlei Geſchlechts ihre Kleineꝺe an Gold und Silber, umin Münze verwandelt zu werden. Man sah in jenen Ta-gen einen edlen Wetteifer. Doch konnten sich nicht allezu diesem Opfer entschließen; denn mehreren Bürgern undBürgerinnen fiel es unmöglich, sich von ihren Schuhschnal-len und Ohrgehängen zu trennen. Darauf baute nun einestarke Bande von Spitzbuben einen ganz neuen Plan. Sievertheilten sich in mehrere kleine Haufen, hielten auf öf-fentlicher Straße und bei hellem Tage die Frauenzimmeran, griffen mit frechen Fäusten nach ihrem Halse oder Bu-sen, nahmen ihnen die goldenen Ketten oder womit sie sichsonst geschmückt hatten, und das unter dem Vorwande, gu-te Bürgerinnen, selbst gegen ihren Willen, aus ihnen zumachen. Oft rissen sie den Frauenzimmern zugleich mit demOhrgehänge auch einen Theil des Ohrläppchens hin-weg. Diese Art von Räuberei begann in den Hallen-denn die Modehändlerinnen u. s. w. sind auf diese Art desPutzes erpichter, als alle andere. Da die Polizei nichtdas Mindeste that, diesem Unfug zu steuern, der dochschnurgerade gegen das Eigenthumsrecht, die Schamhaftig-keit und Menschlichkeit anlief; so schaffte sich das Volk selbstGerechtigkeit. Vier solche Spitzbuben bluteten unter demMesser; einer derselben fiel von der Hand eines muthigenWeibes. Dieser Auftritt ereignete sich auf dem Pont=Neuf.Sie packte den Arm, der mit eben so viel Lüsternheit alsPrüdh. Irrh. II. Bd.
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