73Der größte Theil der Freiwilligen, welche in der Nachtvom 9. auf den 10. Aug. die Wache im Schloß versahen,wußte gar nichts von demjenigen, was außer demselben ge-schmiedet wurde: bloß die Oberoffiziere waren darin einge-weiht. Diese aber hatten dem König ihr Wort gegeben,daß man auf sie und ihre Truppen rechnen könne. DieNationalgarden geriethen dadurch, als die Schweitzer einmaldas Gefecht begannen, in eine äußerst mißliche Lage.Die Marseiller verloren 228 Mann; die Bretagner,111; die Schweitzer beinahe die ganze Garde von 800;die Pariser Freiwilligen, 1500; die Adlichen und andere, imSchloß versammelten Königsfreunde, 1000; in den Kellern,Küchen, Speisegewölben und Dachstuben, 800; in die Stadtgeführte, und dort ermordete Schweitzer, 80. Vierzehn In-dividuen, die im Verdacht standen, im Schlosse gestohlenzu haben, wurden auf dem Platz Vendome, nach einer Artvom Gericht, vom Leben zum Tode gebracht. Zwei Frei-willige aus Brest, welche rothe Uniform trugen, wurdenfür Schweitzer angesehn und auf der Straße niedergeschossen.Die Zahl sämmtlicher Getödteten beläuft sich auf 5435.Die Erbitterung gegen die fremden Truppen war sogroß, daß man darüber berathschlagte, ob man nicht auchalle diejenigen Schweitzer ermorden solle, die in Paris dasAmt der Thürsteher wahrnahmen. In der Strasse Taranneward deren-wirklich einer getödtet.Röderer behauptet in seiner Rechtfertigungsschriftfür den 10. Aug. die Schweitzer hätten die ersten Schüsseauf die Belagerer gethan.Es ist traurig zu bemerken, daß die Hauptverschwöreralle Aemter und Ehrenstellen davon trugen, als gleich darnachein neues Ministerium und andere konstituirte Gewalten er-
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