— 64schlimmerer Fehler. Auch im Schoße der gesetzgebendenVersammlung hatte er eine Parthei gegen sich. Es warihm nicht möglich, allen Mitgliedern Ehrenstellen anzuwei-sen; diejenigen, welche er zu vergeßen schien, vergaßen sei-ner nicht und wollten ihm übel.Die Schwäche, oder vielmehr die Nichtigkeit der ge-setzgebenden Versammlung flößte dem Barfüßerklubb Muth,Kühnheit und Hoffnung ein. Die Koryphäen desselbenbrannten vor Begierde, auch einmal Gesetzgeber zu werden;sie konnten es aber nur mit Hülfe einer großen Krise.Der Preiß bekämmerte sie wenig; wenn sie nur zu ihremZweck gelangten.Die guten Bürger selbst wünschten irgend einen ent-scheidenden Schlag. Die Fortschritte der deutschen Heerebeunruhigten, die inneren Zwistigkeiten betrübten sie: eineheftige Erschütterung schien ihnen doch noch immer besser,als der jetzige schwankende, mißliche Zustand ihres Vater-landes.Die Absetzung des Königs war in den Augen der Orleani-sten noch nicht hinlänglich; ihrer Meinung nach warennach größere Maßregeln vonnöthen. Sie verlangten einenNationalkonvent; darin wollten denn auch sie Platz neh-men, und in dieser großen Werkstätte mehr ins Großearbeiten. Hätten die jetzigen Gesetzgeber die EntthronungLudwigs ausgesprochen, und zu gleicher Zeit an einenNationalkonvent appellirt: so würden sie dadurch alle Par-theien zufrieden gestellt und unser Vaterland des blutigen,grausamen 10 Aug. überhoben haben.An diesem denkwürdigen Tage betrugen sich bloß diesechshundert Marseiller als wahre ächte Republikaner; sieallein fochten mit eben so viel Biederkeit als Herzhaftig-keit.
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