Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
42
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42Mitglieder derselben fanden es für rathsam, sich des Beistan-des und der Hülfe des Volks zu versichern, und um diesergewiß zu seyn, erlaubten sie dem Pöbel alles, wozu unbän-diger Freiheitssinn ihn antrieb.Das Volk ward also auch bei dieser Gelegenheit einSpiel in den Händen der Ränkemacher; aber es betrugsich besser, als die Orlean'sche Faktion erwartet hatte. DerKönig sollte ermordet werden. Wir haben ganz zerlumpteBürger sagen hören:Es ist doch Schade. Der Kerlhat ein so ehrliches Aussehen. Was LudwigXVI. rettete, war, daß er Geistesgegenwart genug hatte,die rothe Mütze aufzusetzen und einem wahren Ohnehosenaus einer Flasche Bescheid zu thun, welche dieser ihm dar-bot. Diese Gutmüthigkeit, sie mochte nun ächt, oder er-künstelt seyn, verschaffte ihm Freunde unter der Menge, dieohnehin glaubte, der ganze Aufzug habe keinen andern Zweck,als den, den König zur Zurücknahme seines Veto zu bewe-gen. Santerre, damaliger General, stand selbst in die-ser Ueberzeugung. Denn es ist nicht zu läugnen, das Lebendes Königs war in seinen Händen. Santerre war einbloßer Gliedermann; er handelte nur nach anderer Willen.Und doch brauchte man ihn nie zu etwas Großem und Au-ßerordentlichen; man wußte, daß es ihm dazu an Kopf undEntschlossenheit fehlte. Hätte sich übrigens der König am10. Aug. eben so popularisirt wie am 20. Juni; so würdeer die Orlean'sche Parthei gar sehr in Verlegenheit gesetzthaben.Man muß demnach den 20. Juni 1792 in jene zahlreicheKlasse von Begebenheiten setzen, deren äußerer Schein einegroße Menge Menschen hintergeht. Wär' aber die Masse des