Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
38
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38Ihr Zweck war, den König zu entführen. Wohlbedächtignahm er einen österreichischen Ausschuß zu Hülfe, dem Bris-ſot gekommen ſeyn ſollte.Brissot war kein Ränkemacher aus Geschmack, aberer spielte gern eine grosse Rolle. Er hatte Einsichten, trau-te sich deren aber noch mehrere zu, als er wirklich besaß.Er war es, der die Denunziationen in Schwung brachte.Mit Recht forderte er auf zur Wachsamkeit über die Mi-nister des Königs und über die geheimen Ausschüsse derThuillerien; nur hätte er sich nicht in alles mischen, unddie Leitung einer Revolution übernehmen sollen. Die Lastwar für seine Schultern viel zu schwer; dazu fehlte es ihman Kraft und Erfarrung. Brissot war eine politischeKladde, die vieles Unglück verursachte. Er machte sichzweier Hauptverbrechen schuldig; Ströme von Blut ent-sprangen aus denselben. Wir reden hier nicht von seinemvorgeblichen Föderalism, diesem Vereinigungswort dereinen Parthei um die andere zu verderben. Die voreiligeFreilassung der Neger, und die eben so voreilige Kriegs-erklärung haben wir einzig und allein Brissot zu verdan-ken; beide Welten klagen ihn deswegen an. Jene phan-tastischen Grundsätze hegte auch mancher andere Bürger;sie waren keinesweges das ausschließende Eigenthum einesBrissot, Condorcet und Gregoire: aber es gehörteein reifer Verstand dazu, um diese schönen Träume zuverwirklichen. Durch ein Dekret der Nationalversamm-lung wird der rohe Neger noch zu keinem der Freiheit wür-digen Menſchen umgeſchaffen.Die Kriegserklärung häufte unabsehbare Leiden auf die,ohnehin schon wunden Schultern der Menschheit. Errun-