35nicht zu läugnen; aber eben so wahr ist es, daß die Aristo-kraten ihm darinn mit einem sehr schlechten Beispiel vor-giengen. Drei Viertheile aller, während der Staatsum-wälzung verübten Morde, muß man einer Reaktion (Ge-genwirkung) zuschreiben.Auch verdient bemerkt zu werden, daß Collinet,vor seiner Auswanderung, sich mehrere Thätlichkeiten ge-gen Patrioten erlaubt hatte. Man beschuldigte ihn sogar,und wohl nicht ohne Grund, einer gewissen Mordthat. DieGerichte hatten dazu geschwiegen. Undestraftheit des Lasterserzeugt allemal Gewalthätigkeiten; das hätte man auf derRednerbühne der gesetzgebenden Versammlung sagen undeinschärfen sollen.Theobald Dillon wird am 27ten April 1792.ohnweit Ryssel ermordet.Der Name dieses Generals war dem Höfe theuer, aberdem Volke verdächtig. Dillon bezeigte große Anhänglich-keit an die königliche Konstitution von 1791.Am 27. April befehligte er ein Korps Linientruppen,welches von den Oesterreichern in die Flucht geschlagen, undbis unter die Mauern von Ryssel zurück gejagt wurde. Zwei-hundert sechszig bis dreihundert Mann blieben im Gefecht;eine große Anzahl ward verwundet und viele Pferde wurdeneingebüßt. Eine Stimmeruft: „Wir sind verrathen!“Und von allen Enden tönt es wieder: „Wir sind betro-gen! Dillon ist der Verräther.“1
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten