April bis Juli 1712,
1657
die Grafschaft SarganS bedroht sei. Da eine gleiche Mitthcilung auch an Uri und Untcrwaldcn erfolgt ist,überlassen diese ihren Obern hierin zu verfügen. Zug verlangt durch Expressen vom Landvogt nähern Bericht.3, Juni. (Uri, Unterwaldcn und Zug.) Oberst Jost Anirhyn von Lucern anerbietet im Namen diesesStandes die Walliscr Truppen entweder ganz zu übernehmen oder für deren Vcrproviamirung Früchte bcizu-schießen/ Ferner ist er instruirt, die Erklärung abzugeben, daß Luecrn zur Rettung dcS katholischen Wesensund des Vaterlandes in allwcg den übrigen Orten beipflichten und helfen wolle. Hauptmann Jost Valentinwird angefragt, ob nicht die Walliscr Truppen oder ein Thcil davon nach Cham verlegt werden könnte. Ernimmt es uä roterenäum und zur Besprechung mit Oberst Preux. 4. Juni. (Luecrn, Uri, Untcrwaldcnund ^ug.) Die Abgeordneten von Wallis geben die Verlegung von 200 Mann ihres Corps nach Chamzu. Es werden die Feuerzeichen gegen Luecrn hin fcstgcsczt. Da die Rcußbrükc von den Bcrncrn bedrohtist, wird die Bcwachungöabthcilung daselbst verstärkt. Da in Maschwandcn 20»«) Mann stehen sollten, warendie Urncr vergangene Nacht in Fraucnthal unter den Waffen und auf dem Posten gewesen; LandammannPüntincr verlangt deren Ablösung. Von Wenzingen wird berichtet, daß der Feind gestern auf daö Gebietvon Zug hcrübcrgeschosscn habe. Die Officicrc sollen in Steinhaufen oder an einem andern Ort ein schlag-fertiges Corps zusammenziehen. Nachmittags treffen in Baar bei den KricgSräthcn Sckclmcistcr Bcllmont undGardchauptmann Rcding von Schwyz ein und erneuern daselbst das Gesuch, mit allen vereinten Kräfteneinmal dem Feind entgegenzutreten. 5. Juni. (Luecrn, Uri, Schwyz, Untcrwaldcn und Zug zu Buonas.)Oberst Amrhyn mahnt im Auftrage von Luecrn, die Conccntrirung eines starken Corps und dessen Aufstellungin reifliche Erwägung zu ziehen und sich klar darüber zu werden, ob man den starken Feind aggressiv aufsuchenoder sich abwehrend gegen ihn verhalten wolle. Schwyz wiederholt sein früheres Begehren, daß zum Angriffgeschritten werde. Landammann Püntincr bringt die Anzeige, daß sich der Feind bei Brcmgartcn zum Angriffder Sinscrbrükc zusammenziehe und räth an, gegen Maschwandcn vorzurükcn und eine Schlacht zu wagen.Schwyz erklärt, wenn man oben bei Wollcrau angreifen wolle, seien sie zu jeglicher Hilfe bereit; wolle manaber von Zug auö vorgehen, werde Schwyz die Operation durch einen Einbruch in Feindesland untcrstüzen.Wenn die Feinde vorerst nur Rappcröwyl, Uznach und Gastcr angreifen sollten, ersucht es für diesen Fall umBeistand. Luecrn ist für eine defensive Haltung und will jedem Ort, das angegriffen ist, Hilfe leisten; ebensoUri. Beim jczigen Stand der Dinge sollte man in den französischen Botschafter und die neutralen Ortedringen, daß sie für einen Friedensschluß arbeiten. Schwyz nimmt diesen Antrag all rekerencluin undfügt sich, wenn die sämmtlichcn Orte hiermit einig gehen, will jedoch Toggcnburg nicht zu einem Friedenzulassen/ Die ganze Bcrathung führt schließlich zu dem Ergcbniß. daß jedes Ort sich defensiv halten und imFalle eines Angriffs dem Angegriffenen tröstliche Hilfe bringen, mittlerweile aber einen FricdcnSabschluß anstrebensoll. 10. Juni. (Uri, Untcrwaldcn und Zug.) Da die Walliscr Truppen nicht mehr zurükzuhaltcn sind,wird dem Zchntcnhauptmann Jost Valentin ein Rccrcditivschreibcn zugestellt; am 12. Juni sind die lcztcnWalliscrtruppcn abgezogen. 15. Juni. (Die gleichen Orte.) Zug hat gestern auf heute eine allgemeineMusterung angcsczt und cö geht daö Gerücht, daß die Bürger und Landlcutc einen Angriff beschließen undan die Stelle der sich weigernden Officiere neue wählen wollen. Uri und Untcrwaldcn tadeln ein solcheseigenmächtiges Vorgehen und verwahren sich vor den Folgen; entweder sollen alle Orte gemeinsam handelnoder nicht; im lcztcn Fall müßte Uri wahrscheinlich seine Truppen zurükzichcn. ES wird beschlossen, durcheinige Kri'cgöräthc von dem Sondcrvorgchcn der zugcr'schcn Truppen abzurathcn und ohne Wissen und Willender mitbctheiligten Orte nichts zu unternehmen. 22. Juni. (Uri, Untcrwaldcn und Zug.) Uri und Uutcr-