Juli 1710,
1597
die gewohnte JahrcSspcnde von 200 Gl. v. Den Glaubensgenossen zu Worms und Speyer werden zun»achten Mal die auf acht Jahre zugesagten Beisteuern von je 100 Gl., an welchen sämmtlichc evangelischeOrte participircn, bewilligt. Mit Rüksicht auf ein neues Bittgesuch der Gemeinde zu Speyer wird derselbender nämliche Beitrag auf vier weitere Jahre zugesagt, t. Die reformirtc französische Gemeinde zu Mariakirch°rhält nach der ncunvrtischen Scala 100 Gl. Für den dortigen in äußerster Roth schwebenden Seelsorger,Herrn DubriS, wird eine außerordentliche Verehrung von 100 LouiSblancS nach der ncunörtigen Rcpartitionbeantragt. Zürich, Bern und Basel sind hiermit einverstanden; die übrigen Orte sollen angefragt werden,'vas sic hierzu bcittagcn wollen. Auf das angelegentliche Gesuch der evangelischen Gemeinde zu Minden,Elches von den geistlichen und weltlichen Kirchcnräthcn von Hessen-Kassel empfohlen wird, werden die Ge-sandten von Zürich, Bern, Basel und St. Gallen ihren Obern eine einmalige Beisteuer von 200 Rcichs-'halern auf alle neun Orte beantragen. Die Zuschriften werden zu Händen der übrigen Orte dem Abschiedbeigelegt. Schaffhausen stimmt ebenfalls bei, wenn diese Beisteuer nach der Rcpartition von 1686 verlegtWde. I». Den evangelischen Ständen dcS FürstcnthumS Teschcn, denen bewilligt worden, außerhalb derStadt Tesche« eine Kirche und Schule zu erbauen, wird eine Gabe von 200 Rcichsthalcrn zuerkannt, in derMeinung jedoch, daß diese Beisteuer nicht den Lutheranern, sondern nur den Evangelisch-Rcformirtcn zukommens°l>. I. Der Pfarrer an der Waldcnscr Colonie zu Wirstcin im würtcmbcrgischcn Amt Maulbronn stellt mitEmpfehlung des Herzogs von Würtcmberg daö Anstichen, zwei seiner Söhne, den einen zu den Studien, denandern zu einem 'ehrlichen Handwerk zu erziehen. Unter Vorbehalt der obrigkeitlichen Genehmigung werdenbk'n Gesuchstellcr ein für alle Mal 150 LouiSblancS in ncunörtischcr Rcpartition zuerkannt. Bei diesen Bei-steuer» erklärt Schaffhausen, daß cS überall die Rcpartitionswcise von 1686 angewendet wissen wolle, ansonstcs nur eine freiwillige Steuer beitrage. Zürich macht hierüber auf die Gründe aufmerksam, welche bei Auf-s'ellung der Rcpartition von 1673 und 1674 entscheidend gewesen waren. It. (Die V Städte.) Auch fürb»s Jahr 1711 werden die Beiträge zur Unterstüzung der pfälzischen Studenten im EraSmianischen Collcg zu^<ffcl zugesichert. Dem Vorstand dcö Collegs, bei dem diese Studenten vertischgcldet sind, wird zu seinerHöflichkeit eine Verehrung von 50 Rcichsthalcrn gemacht, weil die Lebensmittel in lcztcr Zeit ziemlich thcuerd'aren. i. (Alle Orte.) In Bcrathung fallen die vielfachen Beschwerdcpunktc der in Frankreich wohnendenEidgenossen. Neu sind die Beschwerde von Bern, daß einem ihrer Angehörigen, der in Frankreich ein Erbebkätendirte dieses aberkannt und einer Claudinc Kcphcr aus dem Grund zugesprochen wurde, weil sic inFrankreich geboren sei; ferner die Erhebung cineö neuen Zolles auf eidgenössische Maaren zwischen Lyon undSeyssel. ES wird beschlossen, zuzuwarten, ob über die leztjährigcn Beschwerden in der allgemeinen Tagsazung°i" Anzug geschehe oder nicht; im lcztcrn Fall würden dann die evangelischen Orte ihre Klagen gesondertbrm französischen Ambassador unterbreiten. Die evangelischen Kirchcnräthc in der Kürpfalz sind abermalseinem flehentlichen Bittgesuch cingckommcn, den dortigen Kirchen auch ferner mit milden Gaben bcizu-^hc». Da dieses Gesuch erst während der Tagsazung eingetroffen ist, sind die Gesandten darüber nicht in-^»irt. Die einzelnen Orte werden nach Zürich berichten, ob und wie viel sie diesmal beisteuern wollen.
Das kaufmännische Direktorium in Zürich hat eine schriftliche Eingabe gemacht über die vertragswidrigen^"ändcrungcn und Erhöhungen der Zollansäzc der österreichischen Zollstättcn, denen die eidgenössischen Handcls-^'tc unterworfen werden wollen. Troz dcS Erbvcrcins und des Vertrags von Mcmmingcn im Jahr 1705d>»llc Österreich nur mehr die eigentlichen Landcserzcugnissc zollfrei lassen. Diese Angelegenheit soll in Ver-ödung mit den katholischen Orten an die Tagsazung gebracht werden. Die Verhandlungen darüber sind